{"id":890,"date":"2014-03-04T13:09:09","date_gmt":"2014-03-04T13:09:09","guid":{"rendered":"http:\/\/media-law.at\/?p=890"},"modified":"2014-08-04T07:11:12","modified_gmt":"2014-08-04T07:11:12","slug":"beschreibende-benutzung-einer-marke-mit-geringer-kennzeichnungskraft-ski-in-ski-out","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/media-law.at\/?p=890","title":{"rendered":"Beschreibende Benutzung einer Marke mit geringer Kennzeichnungskraft zul\u00e4ssig (&#8222;ski in ski out&#8220;)"},"content":{"rendered":"<p>OGH-Entscheidung vom 20.1.2014,\u00a04 Ob 126\/13b<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt:<\/strong><\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin ist Inhaberin der Gemeinschaftsmarke\u00a0\u201e<strong>ski in ski out<\/strong>\u201c, registriert unter anderem f\u00fcr die Klasse\u00a043 (<em>Dienstleistungen zur Verpflegung und zur Beherbergung von G\u00e4sten<\/em>). Die Kl\u00e4gerin betreibt in einem Schigebiet ein Hotel direkt an der Schipiste, mit der M\u00f6glichkeit, mit den Schiern bis zum Hotel zu fahren bzw von dort mit den Schiern in den Schizirkus einzusteigen.<\/p>\n<p>Die Beklagte betreibt im selben Schigebiet einen Gastronomiebetrieb, den sie in einer Werbebrosch\u00fcre und im Internet damit bewirbt, dass dieser direkt an der Schipiste gelegen sei: \u201e<em>Immer Mittendrin mit Ski-in\u00a0&amp;\u00a0Ski-out<\/em>;\u201c \u201e<em>Ski-in\u00a0&amp; Ski-out &#8230; den ganzen Winter \u00fcber m\u00f6glich.<\/em>\u201c<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin klagte u.a. auf Unterlassung und beantragte die Erlassung einer einstweiligen Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p><strong>Entscheidung:<\/strong><\/p>\n<p>Die Vorinstanzen wiesen den Antrag ab und auch der OGH wies den Revisionsrekurs als unzul\u00e4ssig zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Laut EuGH-Resprechung r\u00e4ume Art\u00a06 (1) (b) MarkenRL\u00a0&#8211;\u00a0und damit Art 12 lit b GMV\u00a0&#8211;\u00a0Dritten das Recht ein, eine <strong>beschreibende Marke beschreibend zu benutzen<\/strong>, sofern die Benutzung den<strong> anerkannten Gepflogenheiten in Gewerbe und Handel<\/strong> entspricht.<\/p>\n<p><span style=\"line-height: 1.5em;\">Die Benutzung der Marke entspricht insbesondere dann <strong>nicht<\/strong> den anst\u00e4ndigen Gepflogenheiten in Gewerbe oder Handel, wenn sie in einer Weise erfolgt, die glauben machen kann, dass eine <strong>Handelsbeziehung<\/strong> zwischen dem Dritten und dem Markeninhaber besteht; sie den <strong>Wert der Marke<\/strong> dadurch<strong> beeintr\u00e4chtigt<\/strong>, dass sie deren Unterscheidungskraft oder deren Wertsch\u00e4tzung in <strong>unlauterer Weise ausnutzt<\/strong>; durch sie diese Marke <strong>herabgesetzt<\/strong> oder <strong>schlechtgemacht<\/strong> wird; oder der Dritte seine Ware als <strong>Imitation oder Nachahmung der Ware mit der Marke<\/strong> darstellt, deren Inhaber er nicht ist. Bei Pr\u00fcfung der Frage, ob die Beklagte die gegenst\u00e4ndliche Wortfolge als <strong>blo\u00dfe Bestimmungsangabe<\/strong> verwendet, ist die <strong>Kennzeichnungskraft<\/strong> der Gemeinschaftsmarke der Kl\u00e4gerin zu ber\u00fccksichtigen. Je <strong>geringer<\/strong> diese ist, umso eher werden die angesprochenen Verkehrskreise damit identische oder verwechselbar \u00e4hnliche Zeichen als <strong>Bestimmungsangabe<\/strong> auffassen.<\/span><\/p>\n<p>Im vorliegenden Fall kommt der Klagsmarke zweifellos nur eine <strong>sehr geringe Kennzeichnungskraft<\/strong> zu. Die Wortfolge \u201eSki-in Ski-out\u201c oder \u00e4hnlich wird in der Skiregion, in der die Streitteile beheimatet sind, verbreitet f\u00fcr die <strong>Bezeichnung der direkten Anbindung des jeweiligen Hotel- oder Gastronomiebetriebs an Pisten bzw Liften<\/strong> verwendet. Die Beklagte verwendete die Wortfolge \u201eSki-in\u00a0&amp;\u00a0Ski\u00a0out\u201c als ihre Dienstleistung beschreibende Angabe. Diese\u00a0&#8211;\u00a0<strong>nicht markenm\u00e4\u00dfige\u00a0&#8211;\u00a0Verwendung<\/strong> entspricht nach dem festgestellten Sachverhalt den \u201eanst\u00e4ndigen Gepflogenheiten in Gewerbe oder Handel\u201c im Sinn von Art\u00a012 lit\u00a0b GMV.<\/p>\n<p>Der Revisionsrekurs der Kl\u00e4gerin war daher als unzul\u00e4ssig zur\u00fcckzuweisen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>OGH-Entscheidung vom 20.1.2014,\u00a04 Ob 126\/13b Sachverhalt: Die Kl\u00e4gerin ist Inhaberin der Gemeinschaftsmarke\u00a0\u201eski in ski out\u201c, registriert unter anderem f\u00fcr die Klasse\u00a043 (Dienstleistungen zur Verpflegung und zur Beherbergung von G\u00e4sten). 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