{"id":8417,"date":"2026-03-13T14:01:08","date_gmt":"2026-03-13T14:01:08","guid":{"rendered":"https:\/\/media-law.at\/?p=8417"},"modified":"2026-03-13T14:01:11","modified_gmt":"2026-03-13T14:01:11","slug":"ogh-zur-haftung-im-trampolinpark-unzureichende-warnhinweise-bei-gefahren-einer-schaumstoffwuerfelgrube","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/media-law.at\/?p=8417","title":{"rendered":"OGH zur Haftung im Trampolinpark: Unzureichende Warnhinweise bei Gefahren einer Schaumstoffw\u00fcrfelgrube."},"content":{"rendered":"\n[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_column _builder_version=&#8220;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; type=&#8220;4_4&#8243; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<p>OGH-Entscheidung vom 24.2.2026, 6 Ob 79\/25y<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt:<\/strong><\/p>\n<p>Der Kl\u00e4ger besuchte gemeinsam mit seiner Ehefrau und seinen Kindern einen von der Beklagten betriebenen Trampolinpark. Dort sprang er von einem daf\u00fcr vorgesehenen etwa 50 Zentimeter hohen Podest mit einem R\u00fcckw\u00e4rtssalto in eine 16 Meter lange, 5,25 Meter breite und 1,60 Meter tiefe Schaumstoffw\u00fcrfelgrube. Bei der Landung erlitt er eine Fraktur des linken Sprunggelenks.<\/p>\n<p>Er begehrte daraufhin von der Beklagten die Zahlung von EUR 8.000 an Schmerzengeld sowie die Feststellung der Haftung f\u00fcr Sp\u00e4t und Dauerfolgen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Entscheidung:<\/strong><\/p>\n<p>Das Erstgericht wies die Klage ab. Das Berufungsgericht \u00e4nderte diese Entscheidung teilweise ab und sprach mit Teilzwischenurteil aus, dass das Zahlungsbegehren dem Grunde nach zu Recht bestehe. Der OGH wies die Revision der Beklagten zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Der OGH hielt fest, dass bei entgeltlicher Ben\u00fctzung einer Anlage zwischen Betreiber und Benutzer ein <strong>Vertragsverh\u00e4ltnis<\/strong> besteht, aus dem sich die Pflicht ergibt, die <strong>Anlage in betriebssicherem Zustand<\/strong> zu erhalten und <strong>Benutzer vor erkennbaren Gefahren zu sch\u00fctzen<\/strong>. Bei Sport und Freizeitanlagen besteht eine <strong>Aufkl\u00e4rungspflicht \u00fcber typische und erkennbare Risiken<\/strong>, sofern diese f\u00fcr den Benutzer nicht ohnehin bekannt oder leicht erkennbar sind. Die Aufkl\u00e4rung muss so konkret erfolgen, dass der Benutzer die Gefahr <strong>eigenverantwortlich einsch\u00e4tzen<\/strong> kann.<\/p>\n<p>Im vorliegenden Fall war die <strong>W\u00fcrfelgrube zwar technisch mangelfrei und ordnungsgem\u00e4\u00df gewartet<\/strong>. Nach den Feststellungen wiesen die Schaumstoffw\u00fcrfel aber eine <strong>gewisse Stauchungsh\u00e4rte<\/strong> auf, und durch ihre ungeordnete Lage entstanden beim Hineinspringen Querkr\u00e4fte und Widerst\u00e4nde. Diese Reaktionskraft f\u00fchrte in Kombination mit zu wenig Spannung im Fu\u00dfgelenk zur Verletzung des Kl\u00e4gers.<\/p>\n<p>Das Berufungsgericht hatte die Ben\u00fctzung der W\u00fcrfelgrube als bestimmungsgem\u00e4\u00df angesehen und angenommen, dass der Kl\u00e4ger die konkrete Gefahr einer auch zu Knochenverletzungen f\u00fchrenden Krafteinwirkung nicht erkennen musste. F\u00fcr die Beklagte sei diese Gefahr hingegen absehbar gewesen. Nach Auffassung des Berufungsgerichts h\u00e4tte sie daher <strong>entweder konkret warnen oder die Grube anders bef\u00fcllen <\/strong>m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Der OGH beanstandete diese Beurteilung nicht. Die <strong>im Eingangsbereich ausgeh\u00e4ngten allgemeinen Risikohinweise gen\u00fcgten nach Ansicht des Berufungsgerichts nicht, um die konkrete Gefahr des Sprungs in die W\u00fcrfelgrube ausreichend deutlich zu machen<\/strong>. Auch darin sah der OGH keine aufzugreifende Fehlbeurteilung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ris.bka.gv.at\/Dokumente\/Justiz\/JJT_20260224_OGH0002_0060OB00079_25Y0000_000\/JJT_20260224_OGH0002_0060OB00079_25Y0000_000.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Link zur Entscheidung<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Weitere Blog-Beitr\u00e4ge zum Thema Unf\u00e4lle:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=7305\">Sturz mit E-Scooter am Weg zur Arbeit: \u201eTrendsportger\u00e4te\u201c gew\u00e4hrleisten kein sicheres Fahren. Kein Anspruch auf Versehrtenrente.<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=6722\">Motorradunfall bei Fahrtechniktraining ohne Lenkberechtigung. Versicherer aufgrund \u201eF\u00fchrerscheinklausel\u201c leistungsfrei.<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=7614\">Pflicht zum Tragen eines Helms beim E-Bike? OGH zur Helmpflicht bzw \u201eHelm-Mitverschulden\u201c.<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=5857\">Radfahrer st\u00f6\u00dft auf Privatweg mit Fu\u00dfg\u00e4ngerin zusammen: Kein \u201eRechtsgehgebot\u201c. Radfahrer muss Warnzeichen (klingeln, rufen) geben.<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=7240\">T\u00f6dlicher Unfall auf der Hochzeitsreise: Identit\u00e4t der Opfer kommt kein eigener Nachrichtenwert zu. Urteilsver\u00f6ffentlichung kann falsche Eindr\u00fccke beseitigen.<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=6774\">\u201eImmer wieder t\u00f6dliche Unf\u00e4lle\u201c mit Fiakern: Falsche Darstellung von Fakten ist kein Werturteil.<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=6722\">Motorradunfall bei Fahrtechniktraining ohne Lenkberechtigung. Versicherer aufgrund \u201eF\u00fchrerscheinklausel\u201c leistungsfrei.<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=6367\">Unfalltod des besten Freundes: Neue Rechtsprechung zum Ersatz von Schocksch\u00e4den. Schadenersatz wegen \u201equalifizierter Unfallbeteiligung\u201c, jedoch nicht wegen Angeh\u00f6rigeneigenschaft.<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=6329\">Einst\u00fcndiges Ausharren auf vereistem Sessellift = Unfall beim Betrieb einer Sesselbahn. Haftung des Betreibers bejaht.<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=5266\">Neue OGH-Urteile zu den Grenzen privater Haftpflicht- und Unfallversicherungen<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=4921\">Treppensturz im Homeoffice = Dienstunfall<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=4041\">Schiunfall in \u201eFun Park\u201c: Welche Sicherungspflichten treffen Pistenbetreiber?<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=3880\">OGH verneint Anspruch auf Trauerschmerzengeld bei unfallbedingtem Verlust eines Haustieres<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=3729\">Schiunfall auf Zeitmesstrecke: Riskante Fahrweise ist zu erwarten, Sorgfaltsanforderungen sind daher herabgesetzt<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=3393\">Reitpferd wird nach Unfall zu \u201ePflegefall\u201c. OGH bejaht Haftung f\u00fcr zuk\u00fcnftige Sch\u00e4den, denn auch Tiere ohne \u201ewirtschaftlichen Wert\u201c d\u00fcrfen leben und behandelt werden.<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=3375\">Kind verursacht Schiunfall. Wann haften Eltern f\u00fcr die Folgen? (Verletzung der Aufsichtspflicht)<\/a><\/p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>OGH-Entscheidung vom 24.2.2026, 6 Ob 79\/25y &nbsp; Sachverhalt: Der Kl\u00e4ger besuchte gemeinsam mit seiner Ehefrau und seinen Kindern einen von der Beklagten betriebenen Trampolinpark. Dort sprang er von einem daf\u00fcr vorgesehenen etwa 50 Zentimeter hohen Podest mit einem R\u00fcckw\u00e4rtssalto in eine 16 Meter lange, 5,25 Meter breite und 1,60 Meter tiefe Schaumstoffw\u00fcrfelgrube. 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