{"id":834,"date":"2014-02-24T15:13:36","date_gmt":"2014-02-24T15:13:36","guid":{"rendered":"http:\/\/media-law.at\/?p=834"},"modified":"2014-08-04T07:12:40","modified_gmt":"2014-08-04T07:12:40","slug":"aktuelle-entscheidung-zur-marktschreierischen-anpreisung-uwg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/media-law.at\/?p=834","title":{"rendered":"Aktuelle Entscheidung zur &#8222;marktschreierischen Anpreisung&#8220; (UWG)"},"content":{"rendered":"<p>OGH-Entscheidung vom 20.1.2014,\u00a04 Ob 201\/13g<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt:<\/strong><\/p>\n<p>Ein Fensterhersteller warb unter anderem mit den Werbeslogans\u00a0\u201e<em>Revolution im Fenster-Design<\/em>\u201c und \u201e<em>Lichtjahre vom klassischen Fenster entfernt<\/em>\u201c.\u00a0In der Werbeank\u00fcndigung fand sich auch die Wortfolge\u00a0\u201e<em>anders als bei anderen Fenstersystemen &#8230;<\/em>\u201c zum Zwecke eines Produktvergleichs mit den Produkten der Konkurrenz.<\/p>\n<p>Ein Mitbewerber klagte daraufhin u.a. auf Unterlassung und st\u00fctzte sich dabei auf das UWG. Bei der beanstandeten Werbung liege eine unlautere marktschreierische Anpreisung,\u00a0Irref\u00fchrung,\u00a0Alleinstellungswerbung sowie eine Pauschalabwertung der Mitbewerber vor.<\/p>\n<p><strong>Entscheidung:<\/strong><\/p>\n<p>Der OGH wies den au\u00dferordentlichen Revisionsrekurs zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Das Vorliegen einer\u00a0<strong>marktschreierischen Anpreisung<\/strong>\u00a0wurde verneint. F\u00fcr eine solche marktschreierische Anpreisung ist wesentlich, dass sie <strong>von niemandem w\u00f6rtlich ernst genommen<\/strong> wird. Es muss sich um eine nicht w\u00f6rtlich zu nehmende, blo\u00df<strong> reklamehafte \u00dcbertreibung<\/strong> handeln, die jedermann den sogleich <strong>erkennbaren Eindruck<\/strong> vermittelt, es handle sich hier nur um eine ohne Anspruch auf Glaubw\u00fcrdigkeit und G\u00fcltigkeit auftretende Anpreisung.<\/p>\n<p>Auch marktschreierische Anpreisungen lassen sich zumeist auf einen sachlich nachpr\u00fcfbaren Tatsachenkern zur\u00fcckf\u00fchren, der von Werbeadressaten ernst genommen wird und daher bei Unrichtigkeit zur Irref\u00fchrung geeignet ist. Ob eine bestimmte Werbeaussage eine <strong>objektiv \u00fcberpr\u00fcfbare Tatsachenbehauptung oder nur eine rein subjektive, jeder objektiven Nachpr\u00fcfung entzogene Meinungskundgebung<\/strong> ist, ist immer nach dem <strong>Gesamteindruck<\/strong> der Ank\u00fcndigung zu beurteilen und ist im <strong>Einzelfall<\/strong> zu beurteilen.\u00a0<span style=\"line-height: 1.5em;\">Eine konkludente Tatsachenbehauptung liegt immer dann vor, wenn der \u00c4u\u00dferung entnommen werden kann, dass sie von bestimmten Tatsachen ausgeht, ihr Inhalt demnach objektiv auf seine Richtigkeit \u00fcberpr\u00fcft werden kann<\/span><span style=\"line-height: 1.5em;\">.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"line-height: 1.5em;\">Die Vorinstanz beurteilte die beanstandeten Werbeaussagen teilweise als unsch\u00e4dliche \u201eMarktschreierei\u201c (\u201eRevolution im Fenster-Design\u201c; \u201eLichtjahre vom klassischen Fenster entfernt\u201c), die Ank\u00fcndigung \u201eanders als bei anderen Fenstersystemen &#8230;\u201c hingegen weder als Irref\u00fchrung noch als unlautere Alleinstellungswerbung. Der OGH hielt diese Ansicht f\u00fcr vertretbar.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>OGH-Entscheidung vom 20.1.2014,\u00a04 Ob 201\/13g Sachverhalt: Ein Fensterhersteller warb unter anderem mit den Werbeslogans\u00a0\u201eRevolution im Fenster-Design\u201c und \u201eLichtjahre vom klassischen Fenster entfernt\u201c.\u00a0In der Werbeank\u00fcndigung fand sich auch die Wortfolge\u00a0\u201eanders als bei anderen Fenstersystemen &#8230;\u201c zum Zwecke eines Produktvergleichs mit den Produkten der Konkurrenz. 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