{"id":7451,"date":"2025-02-21T09:27:06","date_gmt":"2025-02-21T09:27:06","guid":{"rendered":"https:\/\/media-law.at\/?p=7451"},"modified":"2025-02-21T09:27:07","modified_gmt":"2025-02-21T09:27:07","slug":"ogh-zu-pflichten-des-rechtsanwalts-bei-erhalt-von-kostenersatzzahlungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/media-law.at\/?p=7451","title":{"rendered":"OGH zu Pflichten des Rechtsanwalts bei Erhalt von Kostenersatzzahlungen."},"content":{"rendered":"\n[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_column _builder_version=&#8220;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; type=&#8220;4_4&#8243; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<p>OGH-Entscheidung vom 21.1.2025, 4 Ob 136\/24i<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt:<\/strong><\/p>\n<p>Ein Rechtsanwalt vertrat eine Mandantin in mehreren Zivilprozessen. Laut Mandatsvereinbarung aus dem Jahr 2011 sollte er nach Stundensatz honoriert werden. In den meisten Verfahren obsiegte die Mandantin, sodass ihr Prozesskostenersatz zugesprochen wurde. Die Prozessgegner \u00fcberwiesen dem Anwalt zwischen 2014 und 2019 insgesamt rund EUR 245.000 an Kostenersatz, ohne dass er seine Mandantin dar\u00fcber informierte. Nach Beendigung des Mandats im Januar 2019 \u00fcberwies er ihr lediglich rund EUR 37.600. Die Mandantin bestritt das Bestehen einer von der urspr\u00fcnglichen Honorarvereinbarung abweichenden Vereinbarung und forderte Rechnungslegung \u00fcber die erhaltenen Kostenersatzbetr\u00e4ge. Sie klagte schlie\u00dflich auf Zahlung von rund EUR 302.000 sowie auf Rechnungslegung.<\/p>\n<p>Der Anwalt wendete ein, dass nach einer Vereinbarung aus 2012 das Stundenhonorar nur im &#8222;Innenverh\u00e4ltnis&#8220; gelte, w\u00e4hrend er im &#8222;Au\u00dfenverh\u00e4ltnis&#8220; nach Tarif verrechnen und den h\u00f6heren Kostenersatz behalten d\u00fcrfe. Die Abrechnung sollte erst nach Abschluss aller Verfahren erfolgen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Entscheidung:<\/strong><\/p>\n<p>Die Vorinstanzen gaben der Klage im Wesentlichen Folge. Der OGH best\u00e4tigt die Entscheidungen der Vorinstanzen weitgehend und stellte klar:<\/p>\n<p>Nach \u00a7 19 RAO muss ein Rechtsanwalt f\u00fcr seine Mandanten eingehende <strong>Barschaften unverz\u00fcglich mit diesen verrechnen<\/strong>. Er darf zwar <strong>unstrittige Honorarforderungen davon abziehen<\/strong>, <strong>bei Bestreitung<\/strong> seiner Honorarforderung muss er die Betr\u00e4ge aber <strong>entweder gerichtlich hinterlegen oder an den Mandanten auszahlen<\/strong>.<\/p>\n<p><strong>Diese Pflicht besteht auch dann, wenn der Anwalt meint, die Zahlungen st\u00fcnden ihm aufgrund einer besonderen Honorarvereinbarung zu.<\/strong> Ohne gerichtliche Hinterlegung kann er seine Honorarforderung dem Herausgabeanspruch des Mandanten nicht entgegenhalten.<\/p>\n<p>Lediglich hinsichtlich der Verzugszinsen f\u00fcr die Zeit vor der Bestreitung der Honorarvereinbarung hob der OGH die Entscheidung auf, da noch unklar war, ob tats\u00e4chlich eine Vereinbarung bestand, wonach erst nach Abschluss aller Verfahren abgerechnet werden sollte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ris.bka.gv.at\/Dokumente\/Justiz\/JJT_20250121_OGH0002_0040OB00136_24I0000_000\/JJT_20250121_OGH0002_0040OB00136_24I0000_000.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Link zur Entscheidung<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Weitere Blog-Beitr\u00e4ge:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=5091\">Ein Rechtsanwalt muss potenzielle Mandanten nicht auf kosteng\u00fcnstigere oder gar unentgeltliche Vertretungsm\u00f6glichkeiten hinweisen<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=4066\">Darf ein Rechtsanwalt mit \u201eschlagkr\u00e4ftiger medialer Durchsetzung\u201c werben?<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=2798\">Vergleich von spezialisiert t\u00e4tigen Rechtsanw\u00e4lten mit Fach\u00e4rzten kann irref\u00fchrend sein<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=2654\">BGH entscheidet \u00fcber die Zul\u00e4ssigkeit (unaufgeforderter) presserechtlicher Informationsschreiben einer Rechtsanwaltskanzlei<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=1401\">Marktschreierische und irref\u00fchrende (Werbe)Aussagen eines Rechtsanwalts unzul\u00e4ssig<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=1056\">Zeitungsartikel \u00fcber Wohnungsbrand: Schutzw\u00fcrdiges Interesse eines Rechtsanwalts an der Geheimhaltung seiner Privatadresse<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=5535\">Pensionierter Rechtsanwalt vertritt weiterhin unter der Bezeichnung \u201eRechtsanwalt em\u201c: Unlauterer Rechtsbruch (Versto\u00df gegen Rechtsanwaltsordnung)<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=5682\">Dienstleistende europ\u00e4ische Rechtsanw\u00e4lte: Nach Ablegung der \u00f6sterreichischen Rechtsanwaltspr\u00fcfung ist keine Eignungspr\u00fcfung iSd EIRAG erforderlich.<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=6139\">Legal-Tech-Anbieter darf zwar den Begriff \u201elaw\u201c im Namen f\u00fchren, aber keine Umsatzbeteiligung am Honorar vermittelter Rechtsanw\u00e4lte verlangen.<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=6229\">Keine Irref\u00fchrung: Begriff \u201eWirtschaftskanzlei\u201c ist keiner bestimmten Berufsgruppe (wie etwa Rechtsanw\u00e4lten) vorbehalten.<\/a><\/p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>OGH-Entscheidung vom 21.1.2025, 4 Ob 136\/24i &nbsp; Sachverhalt: Ein Rechtsanwalt vertrat eine Mandantin in mehreren Zivilprozessen. 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