{"id":7403,"date":"2025-02-19T12:03:02","date_gmt":"2025-02-19T12:03:02","guid":{"rendered":"https:\/\/media-law.at\/?p=7403"},"modified":"2025-02-19T12:03:04","modified_gmt":"2025-02-19T12:03:04","slug":"softwareentwicklung-im-rahmen-einer-gesbr-kein-entgeltanspruch-bei-scheitern-der-zusammenarbeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/media-law.at\/?p=7403","title":{"rendered":"Softwareentwicklung im Rahmen einer GesbR: Kein Entgeltanspruch bei Scheitern der Zusammenarbeit."},"content":{"rendered":"\n[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_column _builder_version=&#8220;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; type=&#8220;4_4&#8243; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<p>OGH-Entscheidung vom 17.1.2025, 6 Ob 74\/24m<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt:<\/strong><\/p>\n<p>Die Parteien schlossen einen als &#8222;Vorvertrag&#8220; bezeichneten schriftlichen Vertrag, wonach sie gemeinsam Software-Produkte entwickeln und am Markt etablieren wollten. Nach Erzielung nennenswerter Einnahmen sollte eine GmbH gegr\u00fcndet werden, an der die Kl\u00e4gerin f\u00fcr ihre Softwareentwicklung 20% der Anteile erhalten sollte. Die Beklagten sollten f\u00fcr ihre Beitr\u00e4ge (Idee, Konzept, Kernprodukt, Vermarktung) die restlichen Anteile bekommen.<\/p>\n<p>Eine Entgeltvereinbarung f\u00fcr die Entwicklungsleistungen wurde nicht getroffen &#8211; der Kl\u00e4gerin war bekannt, dass die Beklagten daf\u00fcr keine Mittel hatten. Als die Kl\u00e4gerin sp\u00e4ter wegen gestiegenen Entwicklungsaufwands eine h\u00f6here GmbH-Beteiligung forderte, lehnten die Beklagten dies ab. Daraufhin kam es nicht zur GmbH-Gr\u00fcndung, die Beklagten k\u00fcndigten die Zusammenarbeit und die Kl\u00e4gerin \u00fcbergab die unfertige Software nicht.<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin machten ihren Entgeltanspruch schlie\u00dflich vor Gericht geltend.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Entscheidung:<\/strong><\/p>\n<p>Die Vorinstanzen gingen vom <strong>Vorliegen einer GesbR<\/strong> aus. Das Berufungsgericht war der Auffassung, die Kl\u00e4gerin habe ihre <strong>Softwareentwicklungsleistungen nicht in Erf\u00fcllung eines synallagmatischen Vertrags<\/strong> erbracht. In Ermangelung eines vereinbarten Leistungsaustauschs bestehe der von der Kl\u00e4gerin geltend gemachte <strong>Entgeltanspruch nicht<\/strong>.<\/p>\n<p>Der OGH wies die au\u00dferordentliche Revision der Kl\u00e4gerin zur\u00fcck. Er best\u00e4tigte die Rechtsansicht der Vorinstanzen, dass eine GesbR vorlag. Eine solche liegt vor, wenn mit dem Vertrag ein <strong>gemeinsamer wirtschaftlicher Vorteil angestrebt<\/strong> wird und <strong>jedes Mitglied verpflichtet ist, die Erreichung des gemeinsamen Zwecks zu f\u00f6rdern<\/strong>.<\/p>\n<p>Ein Entgeltanspruch f\u00fcr die Softwareentwicklung bestand auch nach Ansicht des OGH nicht.<\/p>\n<p>Es wurde kein synallagmatischer Vertrag (Leistungsaustausch) vereinbart, sondern die Parteien wollten gemeinsam ein marktreifes Produkt entwickeln. Die Kl\u00e4gerin sollte daf\u00fcr eine GmbH-Beteiligung erhalten. Die Regelung im Vorvertrag \u00fcber Abl\u00f6severhandlungen bei Scheitern der GmbH-Gr\u00fcndung bedeutete nicht, dass die Entwicklungsleistungen nach Stundensatz zu verg\u00fcten w\u00e4ren. Vielmehr sollte dann die Auseinandersetzung der erbrachten Leistungen einer sp\u00e4teren Vereinbarung vorbehalten bleiben. Mangels Geltendmachung in der Berufung konnte die Kl\u00e4gerin auch keine Bereicherungs- oder Schadenersatzanspr\u00fcche mehr erheben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ris.bka.gv.at\/Dokumente\/Justiz\/JJT_20250117_OGH0002_0060OB00074_24M0000_000\/JJT_20250117_OGH0002_0060OB00074_24M0000_000.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Link zur Entscheidung<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Weitere Blog-Beitr\u00e4ge:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=2726\">OGH zum schl\u00fcssigen Zustandekommen einer GesbR<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=4632\">EuGH: Erwerber eines Computerprogramms darf Software zur Fehlerberichtigung dekompilieren<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=4263\">Software-Quellcode: Drohende Verletzung eines Gesch\u00e4ftsgeheimnisses durch Offenlegung<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=260\">Individualsoftware = Werkvertrag<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=7311\">Ehemaliger Mitarbeiterin wurde Zugang zu IT-System nicht gesperrt: Geheimhaltungsma\u00dfnahmen f\u00fcr Gesch\u00e4ftsgeheimnisse verabs\u00e4umt.<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=4263\">Software-Quellcode: Drohende Verletzung eines Gesch\u00e4ftsgeheimnisses durch Offenlegung<\/a><\/p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>OGH-Entscheidung vom 17.1.2025, 6 Ob 74\/24m &nbsp; Sachverhalt: Die Parteien schlossen einen als &#8222;Vorvertrag&#8220; bezeichneten schriftlichen Vertrag, wonach sie gemeinsam Software-Produkte entwickeln und am Markt etablieren wollten. 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