{"id":5028,"date":"2022-03-18T14:57:59","date_gmt":"2022-03-18T14:57:59","guid":{"rendered":"https:\/\/media-law.at\/?p=5028"},"modified":"2022-03-18T15:02:19","modified_gmt":"2022-03-18T15:02:19","slug":"offizielles-tirol-logo-nach-ablauf-des-lizenzvertrages-weitergenutzt-unlautere-irrefuehrung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/media-law.at\/?p=5028","title":{"rendered":"\u201eOffizielles\u201c Tirol-Logo nach Ablauf des Lizenzvertrages weitergenutzt: Unlautere Irref\u00fchrung"},"content":{"rendered":"\n[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; _builder_version=&#8220;4.13.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.13.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_column _builder_version=&#8220;4.13.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; type=&#8220;4_4&#8243; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.13.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<p>OGH-Entscheidung vom 25.1.2022, 4 Ob 156\/21a<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Sachverhalt:<\/strong><\/p>\n<p>Beide Streitparteien vertreiben Ziergegenst\u00e4nde aus Zirbenholz. Die Beklagte bewarb ihre Produkte dabei mit folgendem Logo, das f\u00fcr ein Unternehmens des Landes Tirol als Marke registriert ist:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/OGH-4Ob156-21a-TIROL.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/media-law.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/OGH-4Ob156-21a-TIROL-300x117.png\" width=\"300\" height=\"117\" alt=\"\" class=\"wp-image-5030 aligncenter size-medium\" srcset=\"https:\/\/media-law.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/OGH-4Ob156-21a-TIROL-300x117.png 300w, https:\/\/media-law.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/OGH-4Ob156-21a-TIROL.png 306w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Beklagte war urspr\u00fcnglich aufgrund eines Lizenzvertrages zur Verwendung dieser Marke berechtigt. Die Lizenz lief jedoch 2019 aus. Die Beklagte verwendete das Logo aber weiterhin f\u00fcr zahlreiche Produkte.<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin\u00a0beantragte daher die Erlassung einer einstweiligen Verf\u00fcgung, wonach den Beklagten die Unterlassung aufgetragen werden m\u00f6ge, das Tirol-Logo zu verwenden, sofern sie nicht \u00fcber ein entsprechendes Lizenzrecht verf\u00fcgen. Die Werbung mit dem Logo sei irref\u00fchrend.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Entscheidung:<\/strong><\/p>\n<p>Das\u00a0Erstgericht\u00a0wies den Sicherungsantrag ab. Die Kl\u00e4gerin k\u00f6nne sich nicht auf Urheber- oder Markenrechte st\u00fctzen.\u00a0Das\u00a0Rekursgericht\u00a0hingegen erlie\u00df die beantragte einstweilige Verf\u00fcgung.\u00a0Der OGH befand den dagegen erhobenen Revisionsrekurs der Beklagten zur Klarstellung der Rechtslage\u00a0zwar f\u00fcr zul\u00e4ssig, aber unberechtigt.<\/p>\n<p>Der OGH betonte, dass er im Bereich des \u00a7\u00a02 UWG bereits mehrfach ausgesprochen habe, dass ein <strong>irref\u00fchrender Gebrauch eines Kennzeichens auch von Mitbewerbern geltend gemacht<\/strong> werden kann, die nicht \u00fcber das entsprechende Kennzeichenrecht verf\u00fcgen. Der OGH verwies auf einen der Grunds\u00e4tze zur Verwechslungsgefahr im Markenrecht, wonach die Bejahung der <strong>Irref\u00fchrung durch die Verwendung verwechslungsf\u00e4higer Zeichen<\/strong> davon abh\u00e4ngig gemacht wird, dass ein nicht unerheblicher Teil der angesprochenen <strong>Verkehrskreise die nachgeahmte Gestaltung kennen und als Hinweis auf die Herkunft aus einem anderen Unternehmen<\/strong> verstehen muss.<\/p>\n<p>Das <strong>Tirol-Logo<\/strong> sei weithin bekannt und werde wertgesch\u00e4tzt. Es wird von den angesprochenen Verkehrskreisen als <strong>\u201eoffizielles\u201c Logo<\/strong> wahrgenommen. Unter diesen Umst\u00e4nden habe das Rekursgericht zutreffend eine <strong>Irref\u00fchrung nach \u00a7\u00a02 UWG bejaht<\/strong>. Wenn das Logo auf einem Produkt angebracht ist, werden Verbraucher annehmen, der Verwender sei dieser <strong>Auszeichnung nach Ansicht des Inhabers w\u00fcrdig<\/strong>. Verbraucher bringen von staatlichen bzw staatsnahen Stellen verliehenen Auszeichnungen gerade deswegen besondere Sympathie entgegen, weil sie die Wertsch\u00e4tzung des Landes zum Ausdruck bringen. <strong>Mangels Lizenz<\/strong> d\u00fcrfte sich die Beklagte jedoch nicht mehr darauf st\u00fctzen. Verbraucher k\u00f6nnten dazu veranlasst werden, den Produkten der Beklagten den Vorzug gegen\u00fcber Konkurrenzprodukten zu geben und sie somit zu einer <strong>gesch\u00e4ftlichen Entscheidung veranlassen<\/strong>, die sie sonst nicht getroffen h\u00e4tten. Auch aus Sicht des OGH lag somit Irref\u00fchrung vor.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ris.bka.gv.at\/Dokumente\/Justiz\/JJT_20220125_OGH0002_0040OB00156_21A0000_000\/JJT_20220125_OGH0002_0040OB00156_21A0000_000.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Link zum Entscheidungstext<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Weitere Blog-Beitr\u00e4ge zum Thema unlautere Irref\u00fchrung:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=3874\">Vort\u00e4uschen einer langj\u00e4hrigen Tradition ist unlautere Irref\u00fchrung iSd \u00a7 2 UWG<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=341\">Blickfangwerbung: Irref\u00fchrung durch unauff\u00e4lligen Hinweis in TV-Werbespot (UWG)<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=4971\">Webshop wird verkauft. Darf Verk\u00e4ufer weiterhin mit Kundenbewertungen des verkauften Webshops werben? (Irref\u00fchrung)<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=4887\">Beworbene Ersparnis wird nur kurzfristig erzielt: Unlautere Irref\u00fchrung<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=4857\">OGH bejaht Schadenersatzanspruch f\u00fcr Verbraucher auf Grundlage des UWG<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=4637\">Logos karitativer Organisationen auf Altkleidercontainern: Irref\u00fchrung da nur geringer Bruchteil des Erl\u00f6ses gespendet<\/a><\/p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>OGH-Entscheidung vom 25.1.2022, 4 Ob 156\/21a \u00a0 Sachverhalt: Beide Streitparteien vertreiben Ziergegenst\u00e4nde aus Zirbenholz. Die Beklagte bewarb ihre Produkte dabei mit folgendem Logo, das f\u00fcr ein Unternehmens des Landes Tirol als Marke registriert ist: Die Beklagte war urspr\u00fcnglich aufgrund eines Lizenzvertrages zur Verwendung dieser Marke berechtigt. 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