{"id":3813,"date":"2020-12-10T09:52:23","date_gmt":"2020-12-10T09:52:23","guid":{"rendered":"http:\/\/media-law.at\/?p=3813"},"modified":"2021-05-02T13:24:35","modified_gmt":"2021-05-02T13:24:35","slug":"online-shop-bedruckt-versandkartons-mit-bekannten-marken-keine-markenrechtsverletzung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/media-law.at\/?p=3813","title":{"rendered":"Online-Shop bedruckt Versandkartons mit bekannten Marken: Keine Markenrechtsverletzung"},"content":{"rendered":"\n[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.4.6&#8243;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.4.6&#8243;][et_pb_column _builder_version=&#8220;4.4.6&#8243; type=&#8220;4_4&#8243;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.4.6&#8243; hover_enabled=&#8220;0&#8243;]<p>OGH-Entscheidung vom 20.10.2020, 4 Ob 173\/20z<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt:<\/strong><\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin handelt mit Parfumprodukten, die sie auf Basis eines Lizenzvertrags unter Verwendung ua der \u00f6sterreichischen Wortmarke \u201eBOSS\u201c sowie der Unionswortmarken \u201eBOSS\u201c und \u201eJOOP!\u201c in den Verkehr bringt.<\/p>\n<p>Die Beklagte betrieb bis Juli\u00a02018 einen Online-Shop f\u00fcr Parfum- und Kosmetikprodukte und bot in diesem Rahmen auch Originalprodukte der genannten Marken an. Sie verschickte im Juli\u00a02018 an K\u00e4ufer bestellte Ware in einem Karton, auf dem in gedr\u00e4ngter und durchmischter Anordnung neben anderen Marken auch die Klagsmarken aufgedruckt waren. Auf dem Karton waren au\u00dferdem Slogans der Beklagten aufgedruckt.<\/p>\n<p>Die\u00a0<span style=\"font-weight: inherit; font-style: inherit;\">Kl\u00e4gerin\u00a0begehrte vor Gericht, dass der Beklagten verboten werden solle, die bei ihr bestellten Produkte in Kartons zu versenden, die mit den Klagsmarken bedruckt sind, insbesondere zusammen mit anderen Marken oder mit den Slogans der Beklagten.<\/span><\/p>\n<p>Im Sicherungsverfahren (in dem die Kl\u00e4gerin die Erlassung einer einstweiligen Verf\u00fcgung beantragte) unterlag die Kl\u00e4gerin bereits im August 2019, <a href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=2969\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>wie hier im Blog berichtet<\/strong><\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Entscheidung:<\/strong><\/p>\n<p>Die\u00a0Vorinstanzen\u00a0wiesen die Klage ab. Auch der OGH wies den Revisionsrekurs als unzul\u00e4ssig zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Eine\u00a0<strong><span style=\"font-weight: inherit; font-style: inherit;\">zul\u00e4ssige Benutzung<\/span><\/strong> einer Marke iSd Art\u00a015 Abs\u00a01 UMV bzw \u00a7\u00a010b Abs\u00a01 MSchG liegt auch dann vor, wenn <strong>auf einem Versandkarton <\/strong>der Weitervertrieb der unver\u00e4nderten Originalprodukte mit den <strong>Klagsmarken als Herkunftshinweis <\/strong>f\u00fcr weitere Eink\u00e4ufe (produktbezogen) beworben wird, selbst wenn sich <strong>im konkreten Karton keine Waren der Klagsmarken<\/strong> befinden.<\/p>\n<p>Dass die Verwendung der Klagsmarken geeignet ist, einen <strong>irref\u00fchrenden Eindruck<\/strong> \u00fcber eine allf\u00e4llige wirtschaftliche Verbindung zum Markeninhaber zu erwecken oder dem Ruf der Marke und ihres Inhabers erheblich zu sch\u00e4digen, wurde bereits im <a href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=2969\">Provisorialverfahren<\/a> zu Gunsten der Beklagten <strong>verneint<\/strong>.<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin kann der Beklagten bereits im Hinblick auf den <strong>Ersch\u00f6pfungsgrundsatz<\/strong> nach \u00a7\u00a010b\u00a0MSchG nicht verbieten, die Marken zu benutzen. Von der Ersch\u00f6pfung der Marke ist auch das Recht umfasst, die Marke zu benutzen, um <strong>in der \u00d6ffentlichkeit f\u00fcr diese Waren zu werben<\/strong>.\u00a0Die Judikatur unterscheidet nicht danach, ob es sich um eine Wort-Bild-Marke oder eine Wortmarke handelt. Erst wenn die konkrete Art und Weise der Benutzung der Marke in der Werbung <strong>rufsch\u00e4digend<\/strong> ist, kann der Berechtigte die Benutzung der Marke untersagen. Das berechtigte Interesse des Markeninhabers kann nicht allein im Blick auf werbliche Gepflogenheiten in der Branche des Wiederverk\u00e4ufers beurteilt werden. Entscheidend ist vielmehr auch im Fall einer f\u00fcr die Branche des Wiederverk\u00e4ufers un\u00fcblichen Werbeform, ob die <strong>Herkunfts- oder Garantiefunktion der Marke tangiert<\/strong> ist oder eine <strong>Ausnutzung der Unterscheidungskraft oder Beeintr\u00e4chtigung des Rufs <\/strong>der Marke vorliegt.<\/p>\n<p>Insgesamt sah der OGH daher keinen tauglichen Grund f\u00fcr die Zulassung des Rechtsmittels und wies es als unzul\u00e4ssig zur\u00fcck.<\/p>\n[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>OGH-Entscheidung vom 20.10.2020, 4 Ob 173\/20z &nbsp; Sachverhalt: Die Kl\u00e4gerin handelt mit Parfumprodukten, die sie auf Basis eines Lizenzvertrags unter Verwendung ua der \u00f6sterreichischen Wortmarke \u201eBOSS\u201c sowie der Unionswortmarken \u201eBOSS\u201c und \u201eJOOP!\u201c in den Verkehr bringt. 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