{"id":3493,"date":"2020-06-17T10:13:10","date_gmt":"2020-06-17T10:13:10","guid":{"rendered":"http:\/\/media-law.at\/?p=3493"},"modified":"2020-06-17T10:19:56","modified_gmt":"2020-06-17T10:19:56","slug":"irrefuehrende-werbung-mit-daten-der-media-analyse-nur-vergleichbares-darf-in-beziehung-gesetzt-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/media-law.at\/?p=3493","title":{"rendered":"Irref\u00fchrende Werbung mit Daten der Media-Analyse: Nur Vergleichbares darf in Beziehung gesetzt werden"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.4.6&#8243;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.4.6&#8243;][et_pb_column _builder_version=&#8220;4.4.6&#8243; type=&#8220;4_4&#8243;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.4.6&#8243; hover_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<p>OGH-Entscheidung vom 7.4.2020, 4 Ob 47\/20w<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt:<\/strong><\/p>\n<p>Die Tageszeitung \u201e\u00d6sterreich\u201c wurde bis vor kurzem \u00fcberwiegend gratis abgegeben und nur zum Teil verkauft. Seit Ende Juni\u00a02018 hei\u00dft nur noch die Kaufausgabe \u201e\u00d6sterreich\u201f, die Gratisausgabe hei\u00dft nunmehr \u201eoe24\u201c. Die Umbenennung der Gratiszeitung auf \u201eoe24\u201c f\u00fchrte dazu, dass beide Printausgaben in der Media-Analyse als \u201e\u00d6sterreich\/oe24-Kombi\u201c aufscheinen und auch jene Personen erfasst werden, die ausschlie\u00dflich die Onlineversion lesen. Der Leserzuwachs, mit dem die Beklagte gegenst\u00e4ndlich wirbt, ist dabei zumindest zu einem gro\u00dfen Teil durch diesen Umstand zustande gekommen.<\/p>\n<p>Die Medieninhaberin beider Varianten ver\u00f6ffentlichte in \u201e\u00d6sterreich\u201c und \u201eoe24\u201c folgende Eigenwerbung:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Unbenannt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/media-law.at\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Unbenannt.jpg\" width=\"601\" height=\"498\" alt=\"\" class=\"wp-image-3498 alignleft size-full\" srcset=\"https:\/\/media-law.at\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Unbenannt.jpg 601w, https:\/\/media-law.at\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Unbenannt-480x398.jpg 480w\" sizes=\"auto, (min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 601px, 100vw\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin ist Medieninhaberin der Gratistageszeitung \u201eHeute\u201c; sie erachtete die Eigenwerbung der Beklagten als irref\u00fchrend und klagte auf Unterlassung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Entscheidung:<\/strong><\/p>\n<p>Das\u00a0<span style=\"font-weight: inherit; font-style: inherit;\">Berufungsgericht\u00a0untersagte der Beklagten, das Publikum \u00fcber Mediadaten der Tageszeitung \u201e\u00d6sterreich\u201c dadurch zu t\u00e4uschen, dass <strong>nicht Vergleichbares miteinander in Beziehung gesetzt<\/strong> wird. Etwa, dass f\u00fcr einen Mediadatenvergleich zwischen der Tageszeitung \u201e\u00d6sterreich\u201c und anderen Tageszeitungen f\u00fcr die Jahre\u00a02017 und 2018 ein Produkt herangezogen wird, das 2017 in der Mediadatenerhebung noch gar nicht ausgewiesen war.<\/span><\/p>\n<p>Der OGH wies die au\u00dferordentliche\u00a0<span style=\"font-weight: inherit; font-style: inherit;\">Revision\u00a0der Beklagten zur\u00fcck. Aus der Begr\u00fcndung:<\/span><\/p>\n<p>Im Rahmen der lauterkeitsrechtlichen Beurteilung richtet sich der Bedeutungsinhalt einer \u00c4u\u00dferung nach dem Gesamtzusammenhang und dem dadurch vermittelten <strong>Gesamteindruck<\/strong>, den ein aufmerksamer Durchschnittsadressat gewinnt. Bei einer blickfangartigen Aussage bedarf es zur Vermeidung eines irref\u00fchrenden Gesamteindrucks eines <strong>deutlich wahrnehmbaren Hinweises \u00fcber einschr\u00e4nkende Umst\u00e4nde<\/strong>.<\/p>\n<p>Unvollst\u00e4ndige Angaben versto\u00dfen gegen \u00a7\u00a02 UWG, wenn durch das <strong>Verschweigen wesentlicher Umst\u00e4nde ein falscher Gesamteindruck <\/strong>hervorgerufen wird, so dass die Unvollst\u00e4ndigkeit geeignet ist, das Publikum in f\u00fcr den Kaufentschluss erheblicher Weise irrezuf\u00fchren und so geeignet ist, die Adressaten der Werbung zu einer gesch\u00e4ftlichen Entscheidung zu veranlassen, die sie sonst nicht getroffen h\u00e4tten; dies <strong>gilt auch dann, wenn die beanstandete Aussage bei isolierter Betrachtung wahr<\/strong> ist.<\/p>\n<p>Der OGH best\u00e4tigte die Beurteilung des Berufungsgerichts, wonach die Beklagte nach dem ma\u00dfgebenden Gesamteindruck der beanstandeten Werbung \u00fcber die Reichweite ihrer Zeitungen iSd \u00a7\u00a02 UWG in die Irre f\u00fchrt. Dem Leser wurde die Information verschwiegen, dass der <strong>Leserzuwachs zu einem gro\u00dfen Teil durch die erstmals erfolgende Mitz\u00e4hlung von bis dahin nur die Online-Ausgabe lesenden Personen<\/strong> zustande kam. Verschwiegen wird damit, dass der beworbene Vergleich gerade <strong>keine signifikante Reichweitensteigerung<\/strong> im Sinne des Gewinnens neuer Leserschichten gegen\u00fcber der Vorperiode abbildet.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>OGH-Entscheidung vom 7.4.2020, 4 Ob 47\/20w &nbsp; Sachverhalt: Die Tageszeitung \u201e\u00d6sterreich\u201c wurde bis vor kurzem \u00fcberwiegend gratis abgegeben und nur zum Teil verkauft. Seit Ende Juni\u00a02018 hei\u00dft nur noch die Kaufausgabe \u201e\u00d6sterreich\u201f, die Gratisausgabe hei\u00dft nunmehr \u201eoe24\u201c. 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