{"id":339,"date":"2013-08-09T17:11:22","date_gmt":"2013-08-09T17:11:22","guid":{"rendered":"http:\/\/lawbulletin.wordpress.com\/?p=317"},"modified":"2013-08-09T17:11:22","modified_gmt":"2013-08-09T17:11:22","slug":"ogh-zur-anwendung-fremden-rechts-im-provisorialverfahren-uwg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/media-law.at\/?p=339","title":{"rendered":"OGH zur Anwendung fremden Rechts im Provisorialverfahren (UWG)"},"content":{"rendered":"<p>OGH-Entscheidung: OGH 9.7.2013, 4 Ob 106\/13m<\/p>\n<p>Im zugrundeliegenden Verfahren war <strong>englisches (Lauterkeits-)Recht<\/strong> anzuwenden. In der Revision der Kl\u00e4gerin wurde unter anderem dessen unrichtige Anwendung ger\u00fcgt. Der OGH sprach dazu aus, dass er nicht dazu berufen ist, f\u00fcr die Einheitlichkeit oder gar f\u00fcr die Fortbildung fremden Rechts Sorge zu tragen. Eine erhebliche Rechtsfrage iSd \u00a7 502 Abs 1 ZPO ist in diesem Zusammenhang nur begr\u00fcndet, wenn sich die Vorinstanzen \u00fcber eine <strong>im urspr\u00fcnglichen Geltungsbereich <\/strong>des fremden Rechts in Rechtsprechung und Lehre <strong>gefestigte Ansicht hinweggesetzt<\/strong> h\u00e4tten. <\/p>\n<p>In <strong>Provisorialverfahren<\/strong> kommt, <strong>anders als im Hauptverfahren<\/strong>, die <strong>Einholung eines Gutachtens zum fremden Recht nicht in Betracht<\/strong>. Ausl\u00e4ndisches Sachrecht ist hier im Allgemeinen schon dann anzuwenden, wenn die Richtigkeit des auf andere Weise erhobenen Materials wahrscheinlich ist. Auf dieser Grundlage ist es nicht zu beanstanden, wenn das Rekursgericht eine <strong>zwei Jahre alte Gesamtdarstellung des englischen Lauterkeitsrechts<\/strong> herangezogen hat, die in einem renommierten Fachverlag erschienen ist und umfangreiche Belege zur englischen Rechtsprechung enth\u00e4lt. Die von der Kl\u00e4gerin gew\u00fcnschte <strong>subsidi\u00e4re Anwendung des \u00f6sterreichischen Lauterkeitsrechts <\/strong>(\u00a7 4 Abs 2 IPRG) kommt unter diesen Umst\u00e4nden <strong>nicht in Betracht<\/strong>.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr die Frage, ob die Beklagte mit dem beanstandeten Verhalten eine <strong>unmittelbar wettbewerbsregelnde Vertragspflicht verletzt<\/strong> und daher auch aus diesem Grund unlauter gehandelt hat, ist <strong>englisches Recht ma\u00dfgebend<\/strong>. Denn das beanstandete Verhalten hat laut Kl\u00e4gerin nicht ausschlie\u00dflich deren Interessen beeintr\u00e4chtigt, sondern war auch zur Irref\u00fchrung der (englischen) Marktgegenseite geeignet. Damit ist die <strong>Sonderregel des Art 6 Abs 2 Rom II-VO<\/strong>, die durch den Verweis auf Art 4 Rom II-VO eine Ankn\u00fcpfung (etwa) am Vertragsstatut erm\u00f6glichte (Art 4 Abs 3 Rom II-VO), <strong>nicht anwendbar<\/strong>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>OGH-Entscheidung: OGH 9.7.2013, 4 Ob 106\/13m Im zugrundeliegenden Verfahren war englisches (Lauterkeits-)Recht anzuwenden. In der Revision der Kl\u00e4gerin wurde unter anderem dessen unrichtige Anwendung ger\u00fcgt. Der OGH sprach dazu aus, dass er nicht dazu berufen ist, f\u00fcr die Einheitlichkeit oder gar f\u00fcr die Fortbildung fremden Rechts Sorge zu tragen. Eine erhebliche Rechtsfrage iSd \u00a7 502 [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[4,7],"tags":[54,208,277,321,387],"class_list":["post-339","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uwg-werberecht","category-verfahrensrecht","tag-auslandisches-sachrecht","tag-iprg","tag-ogh","tag-rom-ii-vo","tag-uwg"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/media-law.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/339","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/media-law.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/media-law.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/media-law.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/media-law.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=339"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/media-law.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/339\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/media-law.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=339"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/media-law.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=339"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/media-law.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=339"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}