{"id":3286,"date":"2020-04-01T13:44:19","date_gmt":"2020-04-01T13:44:19","guid":{"rendered":"http:\/\/media-law.at\/?p=3286"},"modified":"2020-04-02T11:58:34","modified_gmt":"2020-04-02T11:58:34","slug":"eugh-markenrechtlicher-schadenersatzanspruch-besteht-auch-wenn-verletzte-marke-nie-ernsthaft-benutzt-wurde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/media-law.at\/?p=3286","title":{"rendered":"EuGH: Markenrechtlicher Schadenersatzanspruch besteht auch wenn verletzte Marke nie ernsthaft benutzt wurde"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;3.22.5&#8243;][et_pb_row _builder_version=&#8220;3.22.5&#8243;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;3.22.5&#8243;][et_pb_text _builder_version=&#8220;3.22.5&#8243;]<\/p>\n<p>EuGH-Urteil vom 26.3.2020, Rechtssache C\u2011622\/18<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt:<\/strong><\/p>\n<p>Der Kl\u00e4ger des Ausgangsverfahrens vertreibt Alkohol und Spirituosen. Im Jahr 2005 meldete er beim Institut national de la propri\u00e9t\u00e9 industrielle (Nationales Institut f\u00fcr gewerbliches Eigentum, Frankreich) die Wort-\/Bildmarke \u201eSAINT GERMAIN\u201c f\u00fcr\u00a0alkoholische Getr\u00e4nke an.<\/p>\n<p>Nachdem der Kl\u00e4ger erfuhr, dass die Beklagte ebenfalls unter der Bezeichnung \u201eSt\u2011Germain\u201c Lik\u00f6r vertrieb, brachte er eine Klage wegen der erfolgten Markenrechtsverletzung ein. Das Berufungsgericht kam jedoch zu dem Ergebnis, dass es dem Kl\u00e4ger nicht gelungen sei, die ausreichende Benutzung seiner Marke zu beweisen und seiner Klage daher der Erfolg zu versagen war.<\/p>\n<p>Nach Aussch\u00f6pfung des innerstaatlichen Instanzenzugs entschloss sich der franz\u00f6sische Cour de cassation, das Verfahren auszusetzen und dem EuGH die Frage zur Vorabentscheidung vorzulegen, ob einem Markeninhaber, der seine Marke nie verwendet hat, Schadenersatz infolge einer Markenrechtsverletzung zustehen kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Entscheidung:<\/strong><\/p>\n<p>Der EuGH f\u00fchrte zun\u00e4chst grunds\u00e4tzlich aus, dass dem Inhaber einer Marke f\u00fcr den Beginn der <strong>ernsthaften Benutzung<\/strong> eine <strong>Schonfrist (5 Jahre ab Eintragung)<\/strong> gew\u00e4hrt wird, w\u00e4hrend der er sein <strong>ausschlie\u00dfliches Recht aus der Marke geltend machen kann, ohne eine ernsthafte Benutzung belegen<\/strong> zu m\u00fcssen. Nach Ablauf dieser Frist kann im Zuge einer Widerklage oder eines Verletzungsverfahrens eingewandt werden, dass die Marke nicht ernsthaft benutzt wurde. Im vorliegenden Fall war zu pr\u00fcfen, ob nach Ablauf der Schonfrist eine w\u00e4hrend dieser Frist erfolgte Verletzungen des ausschlie\u00dflichen Rechts aus der Marke geltend gemacht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der EuGH kam zu dem Ergebnis, dass zwar die fehlende Benutzung einer Marke einem mit der Begehung von Verletzungshandlungen verbundenen Schadensersatzanspruch nicht entgegensteht, dieser Umstand jedoch bei der Feststellung eines allenfalls erlittenen Schadens ein wichtiger Aspekt bleibt, den das nationale Gericht zu ber\u00fccksichtigen habe.<\/p>\n<p>Mitgliedstaaten k\u00f6nnen daher grunds\u00e4tzlich zulassen, dass der Inhaber einer Marke das Recht beh\u00e4lt, <strong>infolge einer Markenrechtsverletzung Schadenersatz zu verlangen, auch wenn die Marke bei Ablauf der \u201eSchonfrist\u201c von f\u00fcnf Jahren aufgrund nicht ernsthafter Benutzung f\u00fcr verfallen erkl\u00e4rt<\/strong> worden ist.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>EuGH-Urteil vom 26.3.2020, Rechtssache C\u2011622\/18 &nbsp; Sachverhalt: Der Kl\u00e4ger des Ausgangsverfahrens vertreibt Alkohol und Spirituosen. 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