{"id":326,"date":"2013-07-15T06:47:46","date_gmt":"2013-07-15T06:47:46","guid":{"rendered":"http:\/\/lawbulletin.wordpress.com\/?p=272"},"modified":"2013-07-15T06:47:46","modified_gmt":"2013-07-15T06:47:46","slug":"smartphone-zum-versicherungsvertrag-keine-unzulassige-zugabe-isd-uwg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/media-law.at\/?p=326","title":{"rendered":"Smartphone zum Versicherungsvertrag: Keine unzul\u00e4ssige Zugabe iSd UWG"},"content":{"rendered":"<p>OGH-Entscheidung: OGH 18.6.2013, 4 Ob 100\/13d<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt:<\/strong><br \/>\nEine Versicherungsgesellschaft bewarb im Rahmen einer Werbekooperation mit einer Tageszeitung ein neues Versicherungsprodukt. Gegen\u00fcber den Lesern dieser Tageszeitung wurde im Rahmen gro\u00dffl\u00e4chiger Ank\u00fcndigungen bei Abschluss eines <strong>(langfristigen) Versicherungsvertrages <\/strong>die <strong>Zugabe eines \u00e4u\u00dferst begehrten Smartphones <\/strong>angek\u00fcndigt.<\/p>\n<p><strong>Entscheidung:<\/strong><\/p>\n<p>Wegen des abschlie\u00dfenden Charakters der \u201eschwarzen Liste\u201c unzul\u00e4ssiger Gesch\u00e4ftspraktiken im UWG kann seit der Aufhebung von \u00a7 9a UWG die <strong>Ank\u00fcndigung von Zugaben nur mehr dann untersagt <\/strong>werden, wenn sie einen Tatbestand des Anhangs zum UWG erf\u00fcllt oder <strong>im Einzelfall irref\u00fchrend, aggressiv oder sonst unlauter<\/strong> ist.<\/p>\n<p>Im vorliegenden Fall hat bereits das Berufungsgericht das Vorliegen einer aggressiven oder sonst unlauteren Gesch\u00e4ftspraktik im Ergebnis mit vertretbarer Begr\u00fcndung verneint: Zwar ist richtig, dass eine <strong><strong>gesch\u00e4ftliche Entscheidung <\/strong><\/strong>des Verbrauchers grunds\u00e4tzlich schon darin liegt, sich <strong>mit dem Angebot eines Unternehmens n\u00e4her zu befassen<\/strong>. Ein solches Befassen durch eine <strong>f\u00fcr den Fall des Vertragsabschlusses versprochene Zugabe<\/strong> zu veranlassen, ist jedoch an sich <strong>weder aggressiv <\/strong>noch &#8211; als Versto\u00df gegen die berufliche Sorgfalt &#8211; <strong>sonst unlauter <\/strong>iSv \u00a7 1 Abs 1 Z 2 UWG. <\/p>\n<p>Befasst sich ein durchschnittlich informierter und verst\u00e4ndiger Verbraucher, der eine dem Anlass <strong>angemessene <\/strong>&#8211; hier wegen der <strong>langfristigen Bindung <\/strong>an ein Versicherungsprodukt also <strong>hohe &#8211; Aufmerksamkeit <\/strong>aufwendet, n\u00e4her mit dem Angebot, wird auch eine <strong>hochwertige Zugabe nicht dazu f\u00fchren<\/strong>, dass er sich <strong>allein deswegen<\/strong>, also unter <strong>Ausschluss rationaler Erw\u00e4gungen<\/strong>, f\u00fcr dieses Produkt entscheidet.<br \/>\nDie Nachteile des Versicherungsprodukts &#8211; insbesondere die langfristige Bindung &#8211; sind f\u00fcr die Zul\u00e4ssigkeit der konkret bek\u00e4mpften Zugabe unerheblich.<\/p>\n<p>Die au\u00dferordentliche Revision der Kl\u00e4gerin wurde daher zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>OGH-Entscheidung: OGH 18.6.2013, 4 Ob 100\/13d Sachverhalt: Eine Versicherungsgesellschaft bewarb im Rahmen einer Werbekooperation mit einer Tageszeitung ein neues Versicherungsprodukt. Gegen\u00fcber den Lesern dieser Tageszeitung wurde im Rahmen gro\u00dffl\u00e4chiger Ank\u00fcndigungen bei Abschluss eines (langfristigen) Versicherungsvertrages die Zugabe eines \u00e4u\u00dferst begehrten Smartphones angek\u00fcndigt. Entscheidung: Wegen des abschlie\u00dfenden Charakters der \u201eschwarzen Liste\u201c unzul\u00e4ssiger Gesch\u00e4ftspraktiken im UWG kann [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[4],"tags":[36,37,211,277,372,387,441],"class_list":["post-326","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uwg-werberecht","tag-aggressive-geschaftspraktik","tag-aggressive-werbung","tag-irrefuhrung","tag-ogh","tag-unlauter","tag-uwg","tag-zugabenverbot"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/media-law.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/326","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/media-law.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/media-law.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/media-law.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/media-law.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=326"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/media-law.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/326\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/media-law.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=326"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/media-law.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=326"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/media-law.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=326"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}