{"id":3186,"date":"2020-02-11T13:51:20","date_gmt":"2020-02-11T13:51:20","guid":{"rendered":"http:\/\/media-law.at\/?p=3186"},"modified":"2020-02-11T13:54:54","modified_gmt":"2020-02-11T13:54:54","slug":"aerzte-onlineverzeichnis-benutzung-von-namen-und-marken-von-aerzten-als-metatags-zulaessig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/media-law.at\/?p=3186","title":{"rendered":"\u00c4rzte-Onlineverzeichnis: Benutzung von Namen und Marken von \u00c4rzten als Metatags zul\u00e4ssig"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;3.22.5&#8243;][et_pb_row _builder_version=&#8220;3.22.5&#8243;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;3.22.5&#8243;][et_pb_text _builder_version=&#8220;3.22.5&#8243;]<\/p>\n<p>OGH-Entscheidung vom 19.12.2019, 4 Ob 223\/19a<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt:<\/strong><\/p>\n<p>Eine Fach\u00e4rztin f\u00fcr Kinder- und Jugendheilkunde ist Inhaberin einer Wortmarke.<\/p>\n<p>Die Beklagte betreibt ein Online-Verzeichnis, in dem Internetnutzer nach \u00c4rzten suchen und diese bewerten k\u00f6nnen. Sie verwendete die Wortmarke und den Namen der \u00c4rztin als Metatag f\u00fcr das Online-Verzeichnis.<\/p>\n<p>Die \u00c4rztin klagte auf Unterlassung und beantragte die Erlassung einer einstweiligen Verf\u00fcgung. Die Beklagte versto\u00dfe zufolge Verwechslungsgefahr gegen \u00a7\u00a010 MSchG und \u00a7\u00a09 UWG (Marken- und Kennzeichenrecht), weiters gegen \u00a7\u00a043 ABGB (Namensrecht) sowie auch gegen \u00a7\u00a01 UWG (Ausbeutung) und \u00a7\u00a02 UWG (irref\u00fchrender Eindruck eines Zusammenhangs zur Kl\u00e4gerin).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Entscheidung:<\/strong><\/p>\n<p>Die\u00a0ersten beiden Instanzen\u00a0wiesen das Sicherungsbegehren ab. Nach der Rechtsprechung des OGH versto\u00dfe ein Dritter durch den Gebrauch eines fremden Kennzeichens als Metatag weder gegen das Lauterkeitsrecht noch gegen das Markenrecht, wenn er ein <strong>berechtigtes Interesse am Kennzeichengebrauch <\/strong>habe und dadurch <strong>kein unzutreffender Eindruck<\/strong> entstehe. Eine <strong>Verwechslungsgefahr bestehe nicht<\/strong>. Die Zul\u00e4ssigkeit der Namensnennung h\u00e4nge von einer <strong>Interessenabw\u00e4gung<\/strong> ab, die im Anlassfall <strong>zugunsten der sachlichen Informationen<\/strong> der Beklagten ausschlage. Die Beklagte \u00e4u\u00dfere auf ihrem Webportal weder unrichtige Tatsachen noch werde das Ansehen der Kl\u00e4gerin beeintr\u00e4chtigt. Ein Behinderungswettbewerb nach \u00a7\u00a01 UWG bestehe nicht, weil <strong>keine R\u00fcckreihung der Website der Kl\u00e4gerin gegen\u00fcber jener der Beklagten <\/strong>stattfinde. Auch ein irref\u00fchrender Eindruck nach \u00a7\u00a02 UWG liege nicht vor, weil f\u00fcr einen <strong>durchschnittlichen Internetnutzer leicht erkennbar<\/strong> sei, dass zwischen dem \u00c4rzteverzeichnis der Beklagten und der Website der Kl\u00e4gerin <strong>kein Zusammenhang <\/strong>bestehe.<\/p>\n<p>Auch der OGH gab den au\u00dferordentlichen Revisionsrekurs der Kl\u00e4gerin nicht Folge.<\/p>\n<p>Ein schmarotzerisches Ausbeuten besonderer Leistungen bzw hier eine <strong>Ruf- oder Aufmerksamkeitsausnutzung von Kennzeichen setzt voraus, dass besondere Begleitumst\u00e4nde in Form eines unlauteren Verhaltens<\/strong> des beklagten Mitbewerbers hinzutreten. Nach den Feststellungen des Erstgerichts kommt es bei den g\u00e4ngigen Suchmaschinen bei Eingabe des (Marken-)Namens der Kl\u00e4gerin jedoch zu keiner Vorreihung der Website der Beklagten gegen\u00fcber jener der Kl\u00e4gerin. Die Kl\u00e4gerin konnte die behauptete Ausbeutungssituation (manipulierte Vorreihung durch Suchmaschinen) nicht bescheinigen.\u00a0<\/p>\n<p>Ein berechtigtes Interesse f\u00fcr eine zul\u00e4ssige Verwendung eines fremden Kennzeichens als Metatag bestehe gem. \u00e4lterer Rechtsprechung etwa dann nicht, wenn die beanstandete Website <strong>keinerlei Informationen<\/strong> \u00fcber das Unternehmen\u00a0<span style=\"font-weight: inherit; font-style: inherit;\">des Konkurrenten\u00a0enth\u00e4lt.<\/span><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>OGH-Entscheidung vom 19.12.2019, 4 Ob 223\/19a &nbsp; Sachverhalt: Eine Fach\u00e4rztin f\u00fcr Kinder- und Jugendheilkunde ist Inhaberin einer Wortmarke. Die Beklagte betreibt ein Online-Verzeichnis, in dem Internetnutzer nach \u00c4rzten suchen und diese bewerten k\u00f6nnen. 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