{"id":3066,"date":"2019-12-16T11:55:28","date_gmt":"2019-12-16T11:55:28","guid":{"rendered":"http:\/\/media-law.at\/?p=3066"},"modified":"2019-12-16T12:00:03","modified_gmt":"2019-12-16T12:00:03","slug":"marke-cannabis-store-amsterdam-verstoesst-gegen-oeffentliche-ordnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/media-law.at\/?p=3066","title":{"rendered":"Marke &#8222;Cannabis Store Amsterdam&#8220; verst\u00f6\u00dft gegen \u00f6ffentliche Ordnung"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;3.22.5&#8243;][et_pb_row _builder_version=&#8220;3.22.5&#8243;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;3.22.5&#8243;][et_pb_text _builder_version=&#8220;3.22.5&#8243;]<\/p>\n<p>EuG-Urteil vom 12.12.2019, Rechtssache T-683\/18<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt:<\/strong><\/p>\n<p>Beim Amt der Europ\u00e4ischen Union f\u00fcr geistiges Eigentum (EUIPO) wurde folgendes Kennzeichen als Unionsmarke f\u00fcr Lebensmittel, Getr\u00e4nke und Dienstleistungen zur Verpflegung von G\u00e4sten angemeldet:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Can.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/media-law.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Can.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3068 alignleft size-full\" width=\"301\" height=\"214\" srcset=\"https:\/\/media-law.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Can.jpg 301w, https:\/\/media-law.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Can-300x213.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 301px) 100vw, 301px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das EUIPO wies die Anmeldung zur\u00fcck, weil es die Auffassung vertrat, <strong>das Zeichen versto\u00dfe gegen die \u00f6ffentliche Ordnung<\/strong>. Die Anmelderin erhob daraufhin Klage auf Aufhebung der Entscheidung des EUIPO beim Gericht der Europ\u00e4ischen Union (EuG).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Entscheidung:<\/strong><\/p>\n<p>Das EuG wies die Klage ab und best\u00e4tigte die Entscheidung des EUIPO. Aus der Begr\u00fcndung:<\/p>\n<p>Das Gericht befand, dass die <strong>stilisierte Darstellung des Cannabisblatts das mediale Symbol f\u00fcr Marihuana<\/strong> sei und das Wort \u201eamsterdam\u201c auf die Tatsache Bezug nehme, dass es in der Stadt Amsterdam Verkaufsstellen f\u00fcr dieses aus Cannabis gewonnene Rauschgift gebe, da sein Vertrieb unter bestimmten Voraussetzungen in den Niederlanden geduldet werde.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus bewirke die Erw\u00e4hnung des Wortes \u201estore\u201c, das \u00fcblicherweise Laden oder Gesch\u00e4ft bedeute, dass die Verkehrskreise erwarten k\u00f6nnten, die unter diesem Zeichen vertriebenen <strong>Waren und Dienstleistungen entspr\u00e4chen jenen, die ein Rauschgiftladen<\/strong> anbiete.<\/p>\n<p>Daher kommt das Gericht, obwohl es einr\u00e4umt, dass Hanf unterhalb eines bestimmten Tetrahydrocannabinolgehalts nicht als Rauschgiftsubstanz gilt, zu dem Ergebnis, dass im vorliegenden Fall das fragliche Zeichen <strong>gerade durch die Verbindung dieser verschiedenen Elemente<\/strong> die <strong>Aufmerksamkeit der Verbraucher auf sich zieht<\/strong>, die nicht unbedingt genaue wissenschaftliche oder technische Kenntnisse zu Cannabis als einer in zahlreichen EU-L\u00e4ndern illegalen Rauschgiftsubstanz besitzen.<\/p>\n<p>Hinsichtlich des Begriffs \u201e<strong>\u00f6ffentliche Ordnung<\/strong>\u201c merkte das Gericht an, dass zwar derzeit die Frage der Legalisierung von Cannabis zu Therapie- und sogar Erholungszwecken in vielen Mitgliedstaaten diskutiert wird, aber beim <strong>gegenw\u00e4rtigen Stand des Rechts sein Konsum und seine Verwendung oberhalb eines bestimmten Tetrahydrocannabinolgehalts in den meisten Mitgliedstaaten rechtswidrig <\/strong>sind. Daher wird in diesen Staaten mit dem Kampf gegen die Verbreitung der aus Cannabis gewonnenen Rauschgiftsubstanz ein Ziel der \u00f6ffentlichen Gesundheit verfolgt, mit dem die sch\u00e4dlichen Wirkungen bek\u00e4mpft werden sollen. Die geltende Regelung f\u00fcr den Konsum und die Verwendung dieser Substanz f\u00e4llt demnach unter den Begriff \u201e\u00f6ffentliche Ordnung\u201c.<\/p>\n<p>Das fragliche Zeichen regt implizit, aber zwangsl\u00e4ufig, den Kauf solcher Waren und Dienstleistungen an oder banalisiert zumindest deren Konsum.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>(Die Entscheidung ist nicht rechtskr\u00e4ftig.)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Quelle: Pressemitteilung des EuG Nr. 157\/19<\/em><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>EuG-Urteil vom 12.12.2019, Rechtssache T-683\/18 &nbsp; Sachverhalt: Beim Amt der Europ\u00e4ischen Union f\u00fcr geistiges Eigentum (EUIPO) wurde folgendes Kennzeichen als Unionsmarke f\u00fcr Lebensmittel, Getr\u00e4nke und Dienstleistungen zur Verpflegung von G\u00e4sten angemeldet: &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Das EUIPO wies die Anmeldung zur\u00fcck, weil es die Auffassung vertrat, das Zeichen versto\u00dfe gegen die \u00f6ffentliche Ordnung. 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