{"id":2817,"date":"2019-04-12T11:19:33","date_gmt":"2019-04-12T11:19:33","guid":{"rendered":"http:\/\/media-law.at\/?p=2817"},"modified":"2019-04-12T11:25:41","modified_gmt":"2019-04-12T11:25:41","slug":"unaussprechbare-zeichen-sind-als-firmenwortlaut-ungeeignet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/media-law.at\/?p=2817","title":{"rendered":"Unaussprechbare Zeichen sind als Firmenwortlaut ungeeignet"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;3.19.3&#8243;][et_pb_row _builder_version=&#8220;3.19.3&#8243;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;3.19.3&#8243; parallax=&#8220;off&#8220; parallax_method=&#8220;on&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;3.19.3&#8243;]<\/p>\n<p>OGH-Entscheidung vom 27.2.2019, 6 Ob 37\/19p<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt:<\/strong><\/p>\n<p>Ein Unternehmen beantragte die Eintragung seiner Firma beim Firmenbuchgericht. Der Firmenwortlaut enthielt ein <strong>\u201e_\u201c-Zeichen<\/strong>, also einen \u201eUnterstrich\u201c bzw. \u201eunderscore\u201c.<\/p>\n<p>Das Firmenbuchgericht wies das Eintragungsbegehren ab, weil das \u201e_\u201c-Zeichen technisch nicht erfasst werden k\u00f6nne. Nach Auskunft des Bundesrechenzentrums sei dieses Symbol als Steuerzeichen reserviert und k\u00f6nne nicht als Bestandteil eines Firmenwortlauts eingetragen werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Entscheidung:<\/strong><\/p>\n<p>Das Rekursgericht best\u00e4tigte diese Entscheidung. Die Verwendung von Bildzeichen wie \u201e*\u201c, \u201e#\u201c, \u201e_\u201c oder \u201e=\u201c werde der Namensfunktion einer Firma nicht gerecht. Eintragungsf\u00e4hig seien nur aussprechbare Buchstabenfolgen oder eindeutig benennbare Satzzeichen wie \u201e!\u201c, \u201e?\u201c oder \u201e:\u201c, von denen klar ist, dass sie nicht ausgesprochen werden.<\/p>\n<p>Der OGH hielt den Revisionsrekurs f\u00fcr nicht zul\u00e4ssig.<\/p>\n<p>Nach \u00a7\u00a018 Abs\u00a01 UGB muss die Firma zur Kennzeichnung des Unternehmers geeignet sein und Unterscheidungskraft besitzen. Nach den Gesetzesmaterialien sind damit Personen-, Sach- und Fantasienamen oder auch die Verwendung von Gesch\u00e4ftsbezeichnungen zul\u00e4ssig. <strong>Zeichen oder Buchstabenkombinationen, die unaussprechbar oder sinnlos <\/strong>sind, w\u00fcrden vom Rechtsverkehr dagegen nicht als Fantasiewort aufgefasst; sie sind <strong>als Firmenwortlaut daher ungeeignet<\/strong>.<\/p>\n<p>Der <strong>Firmenwortlaut muss aussprechbar sein<\/strong>. Bildzeichen, wie etwa ein \u201e*\u201c, \u201e#\u201c, \u201e_\u201c oder \u201e=\u201c, werden der Namensfunktion einer Firma nicht gerecht. Eintragungsf\u00e4hig seien lediglich aussprechbare Buchstabenfolgen, wozu etwa auch ein \u201e&amp;\u201c oder \u201e+\u201c geh\u00f6rten, aber auch eindeutig benennbare Satzzeichen wie etwa ein \u201e!\u201c, \u201e?\u201c oder \u201e:\u201c. Der Firmenwortlaut muss Namensfunktion erf\u00fcllen und somit kennzeichnungsgeeignet sein. Es m\u00fcsse klar sein, ob und gegebenenfalls wie verwendete Zeichen ausgesprochen werden sollen. Satzzeichen seien deshalb eintragungsf\u00e4hig, weil bei ihnen klar sei, dass sie nicht ausgesprochen werden.<\/p>\n<p>Dass mit der Firmenliberalisierung auch die Verwendung jeglicher Zeichen zugelassen werden sollte, kann dem Gesetzgeber nicht unterstellt werden. Unaussprechbare Zeichen sollen (weiterhin) unzul\u00e4ssig sein. Die <strong>blo\u00df verbale Beschreibbarkeit des Zeichens reicht f\u00fcr dessen Zul\u00e4ssigkeit im Firmenwortlaut nicht<\/strong> aus.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>OGH-Entscheidung vom 27.2.2019, 6 Ob 37\/19p &nbsp; Sachverhalt: Ein Unternehmen beantragte die Eintragung seiner Firma beim Firmenbuchgericht. Der Firmenwortlaut enthielt ein \u201e_\u201c-Zeichen, also einen \u201eUnterstrich\u201c bzw. \u201eunderscore\u201c. Das Firmenbuchgericht wies das Eintragungsbegehren ab, weil das \u201e_\u201c-Zeichen technisch nicht erfasst werden k\u00f6nne. 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