{"id":2345,"date":"2018-05-23T11:32:55","date_gmt":"2018-05-23T11:32:55","guid":{"rendered":"http:\/\/media-law.at\/?p=2345"},"modified":"2018-05-23T12:16:50","modified_gmt":"2018-05-23T12:16:50","slug":"bgh-bier-darf-nicht-mit-der-angabe-bekoemmlich-beworben-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/media-law.at\/?p=2345","title":{"rendered":"BGH: Bier darf nicht mit der Angabe &#8222;bek\u00f6mmlich&#8220; beworben werden"},"content":{"rendered":"<p>BGH-Urteil vom 17. Mai 2018 \u2013 I ZR 252\/16<\/p>\n<p>Der deutsche Bundesgerichtshof hat entschieden, dass die Verwendung des Begriffs &#8222;bek\u00f6mmlich&#8220; in einer Bierwerbung unzul\u00e4ssig ist.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Sachverhalt:<\/strong><\/p>\n<p>Die Beklagte betreibt eine Brauerei im Allg\u00e4u. Sie verwendet seit den 1930er Jahren f\u00fcr ihre Biere den Werbeslogan <em>&#8222;Wohl bekomms!&#8220;<\/em>. In ihrem Internetauftritt warb sie f\u00fcr bestimmte Biersorten mit einem Alkoholgehalt von 5,1%, 2,9% und 4,4% unter Verwendung des Begriffs <em>&#8222;bek\u00f6mmlich&#8220;.<\/em><\/p>\n<p>Der Kl\u00e4ger, ein Verbraucherschutzverband, h\u00e4lt die Werbeaussage &#8222;bek\u00f6mmlich&#8220; f\u00fcr eine <strong>gesundheitsbezogene Angabe<\/strong> im Sinne von Art. 2 Abs. 2 Nr. 5 der Verordnung (EG) Nr. 1924\/2006 \u00fcber n\u00e4hrwert- und gesundheitsbezogene Angaben \u00fcber Lebensmittel, die nach Art. 4 Abs. 3 Unterabs. 1 der Verordnung (EG) Nr. 1924\/2006 <strong>bei alkoholischen Getr\u00e4nken mit mehr als 1,2 Volumenprozent unzul\u00e4ssig<\/strong> sei. Er hat die Beklagte auf Unterlassung und Erstattung von Abmahnkosten in Anspruch genommen.<\/p>\n<p><strong>Entscheidung:<\/strong><\/p>\n<p>Das Landgericht hat der Klage stattgegeben. Die Berufung der Beklagten hatte keinen Erfolg. Der Bundesgerichtshof hat die vom Berufungsgericht zugelassene Revision der Beklagten zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n<p>Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass nach Art. 4 Abs. 3 der Verordnung (EG) Nr. 1924\/2006 bei alkoholischen Getr\u00e4nken mit mehr als 1,2 Volumenprozent gesundheitsbezogene Angaben nicht nur in der Etikettierung der Produkte, sondern auch in der Werbung f\u00fcr diese Getr\u00e4nke verboten sind. <strong>Eine &#8222;gesundheitsbezogene Angabe&#8220; liegt vor, wenn mit der Angabe eine Verbesserung des Gesundheitszustands dank des Verzehrs eines Lebensmittels versprochen wird.<\/strong> Eine Angabe ist aber <strong>auch dann<\/strong> gesundheitsbezogen, wenn mit ihr zum Ausdruck gebracht wird, der Verzehr des Lebensmittels habe auf die Gesundheit <strong>keine sch\u00e4dlichen Auswirkungen, die in anderen F\u00e4llen mit dem Verzehr eines solchen Lebensmittels verbunden sein k\u00f6nnen<\/strong>. Nach den Feststellungen des Berufungsgerichts wird der Begriff &#8222;bek\u00f6mmlich&#8220; durch die angesprochenen Verkehrskreise als &#8222;gesund&#8220;, &#8222;zutr\u00e4glich&#8220; und &#8222;leicht verdaulich&#8220; verstanden. Er bringt bei einer Verwendung f\u00fcr Lebensmittel zum Ausdruck, dass dieses im Verdauungssystem gut aufgenommen und &#8211; auch bei dauerhaftem Konsum &#8211; gut vertragen wird. Nach den Feststellungen des Berufungsgerichts wird dieser Begriff auch im Zusammenhang der beanstandeten Werbung so verstanden. Der Werbung l\u00e4sst sich nicht entnehmen, dass mit dem Begriff &#8222;bek\u00f6mmlich&#8220; nur der Geschmack des Bieres beschrieben werden soll.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Quelle: Pressemitteilung des Bundesgerichtshofs vom 17.5.2018<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BGH-Urteil vom 17. 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