{"id":2159,"date":"2017-01-24T11:57:57","date_gmt":"2017-01-24T11:57:57","guid":{"rendered":"http:\/\/media-law.at\/?p=2159"},"modified":"2017-01-24T11:57:57","modified_gmt":"2017-01-24T11:57:57","slug":"provozieren-von-besitzstoerungen-auf-privatparkplaetzen-unlauter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/media-law.at\/?p=2159","title":{"rendered":"Provozieren von Besitzst\u00f6rungen auf Privatparkpl\u00e4tzen unlauter?"},"content":{"rendered":"<p>OGH-Entscheidung vom 20.12.2016, 4 Ob 251\/16i<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt:<\/strong><\/p>\n<p class=\"ErlText AlignLeft\">Der VKI warf dem Beklagten vor, <strong>Privatparkpl\u00e4tze mangelhaft zu kennzeichnen, um damit Besitzst\u00f6rungen von Autofahrern zu provozieren<\/strong>, wobei er die Lenker bzw Zulassungsinhaber zur Abgabe einer Unterlassungserkl\u00e4rung und zum Anerkenntnis einer Zahlungsverpflichtung auffordere. Das Vorgehen des Beklagten sei wegen \u00a7\u00a01 Abs\u00a01 Z\u00a02 UWG unlauter, aggressiv im Sinne des \u00a7\u00a01a UWG und irref\u00fchrend nach \u00a7\u00a02 UWG.<\/p>\n<p><strong>Entscheidung:<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend das Erstgericht der Klage weitestgehend stattgab, wies das Berufungsgericht die Klage ab. Weder habe der Beklagte Besitzst\u00f6rungen \u201ehinterlistig\u201c provoziert, noch sei den Falschparkern blo\u00df der Eindruck vermittelt worden, sie h\u00e4tten eine Besitzst\u00f6rung begangen.<\/p>\n<p>Der OGH schloss sich dem Berufungsgericht an. Ob die konkreten Ausschilderungen der Parkpl\u00e4tze tats\u00e4chlich zur Irref\u00fchrung der Lenker geeignet sind, h\u00e4ngt entscheidend von den Umst\u00e4nden des Einzelfalls ab und begr\u00fcndet daher keine erhebliche Rechtsfrage, mit der sich der OGH zu befassen h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Der OGH stimmte dem Berufungsgericht zu, das davon ausging, dass ein durchschnittlicher Kraftfahrzeuglenker annehmen m\u00fcsse, dass <strong>private Liegenschaften nur mit allenfalls schl\u00fcssig erteilter Zustimmung genutzt<\/strong> werden d\u00fcrfen. An die zur Vermeidung einer Irref\u00fchrung vorgenommenen<strong> Kennzeichnungen solcher Liegenschaften als Privateigentum seien keine hohen Anforderungen<\/strong> zu stellen. Ausgehend von den Feststellungen zu den\u00a0im Akt erliegenden Lichtbildern erachtete das Berufungsgericht die vorgenommene Beschilderung der Parkpl\u00e4tze im Zusammenhang mit den sonstigen Umst\u00e4nden (etwa die Abgrenzung mittels eines Baustellenzauns) auch f\u00fcr den fl\u00fcchtig betrachtenden Verbraucher als vollkommen ausreichend, um auch einem in Zeitdruck befindlichen Parkplatzsuchenden ausreichend deutlich zu machen, dass es sich um eine private Liegenschaft handle, deren Nutzung der Zustimmung des Berechtigten bed\u00fcrfe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>OGH-Entscheidung vom 20.12.2016, 4 Ob 251\/16i Sachverhalt: Der VKI warf dem Beklagten vor, Privatparkpl\u00e4tze mangelhaft zu kennzeichnen, um damit Besitzst\u00f6rungen von Autofahrern zu provozieren, wobei er die Lenker bzw Zulassungsinhaber zur Abgabe einer Unterlassungserkl\u00e4rung und zum Anerkenntnis einer Zahlungsverpflichtung auffordere. 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