{"id":2121,"date":"2016-11-28T10:53:53","date_gmt":"2016-11-28T10:53:53","guid":{"rendered":"http:\/\/media-law.at\/?p=2121"},"modified":"2016-11-28T10:53:53","modified_gmt":"2016-11-28T10:53:53","slug":"egmr-laesst-namensnennung-von-mitarbeiter-in-berichterstattung-ueber-hypo-affaere-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/media-law.at\/?p=2121","title":{"rendered":"EGMR l\u00e4sst Namensnennung von Mitarbeiter in Berichterstattung \u00fcber Hypo-Aff\u00e4re zu"},"content":{"rendered":"<p>EGMR-Urteil vom 25.10.2016, Nr. 60818\/10<\/p>\n<p>In der Ausgabe des Nachrichtenmagazins &#8222;Profil&#8220; vom 10. April 2006 wurde ein Artikel unter der \u00dcberschrift &#8222;<em>Schwere Hypothek<\/em>&#8220;\u00a0ver\u00f6ffentlicht. Der Artikel war auf dem Cover mit dem Titel &#8222;<em>K\u00e4rntner Hypo-Aff\u00e4re &#8211; Wie viel wusste Haider?<\/em>&#8220; angek\u00fcndigt.<\/p>\n<p>In diesem Artikel warf der damalige Vorstandschef der K\u00e4rntner Bank Hypo Alpe Adria einem Treasurer der Bank vor, im Alleingang und unter Missachtung interner Vorgaben riskante Gesch\u00e4fte eingegangen zu sein. Gegen den dort <strong>namentlich genannten Mitarbeiter<\/strong> wurde sp\u00e4ter auch ein Strafverfahren gef\u00fchrt. Das Verfahren wurde jedoch eingestellt, es kam zu keiner Verurteilung. Der namentlich genannte Treasurer brachte in weiterer Folge einen Antrag auf Zahlung einer medienrechtlichen Entsch\u00e4digung gem \u00a7 7a MedienG beim Landesgericht f\u00fcr Strafsachen Wien ein. \u00a7 7a MedienG\u00a0gew\u00e4hrt einen <strong>Identit\u00e4tsschutz in der Kriminalberichterstattung<\/strong> und l\u00e4sst einen <strong>identifizierenden Bericht nur unter bestimmten Umst\u00e4nden<\/strong> zu. Insbesondere wegen der Bedeutung der Tat, der in das Geschehen verwickelte Personen oder aus einem anderen Grund \u00fcberwiegende Informationsinteressen der \u00d6ffentlichkeit.<\/p>\n<p>Das Landesgericht f\u00fcr Strafsachen\u00a0Wien wies den Antrag unter Verweis auf das <strong>Informationsinteresse der \u00d6ffentlichkeit<\/strong> noch ab. Das OLG Wien sprach dem namentlich genannten Mitarbeiter hingegen EUR 3.000 Entsch\u00e4digung zu. Der OGH lehnte eine Erneuerung des Strafverfahrens gem \u00a7 363a StPO ab.<\/p>\n<p>Anders hat nun allerdings der EGMR (Europ\u00e4ischer Gerichtshof f\u00fcr Menschenrechte) entschieden: Die Berichterstattung \u00fcber den Hypo-Skandal und die damit einhergehenden<strong> Milliardenverluste seien von gro\u00dfem \u00f6ffentlichen Interesse<\/strong>, sodass der Spielraum des Staates, hier die <strong>Medienfreiheit<\/strong> zu beschr\u00e4nken, sehr gering ausfalle. Die \u00f6sterreichischen Gerichte h\u00e4tten diesen Spielraum \u00fcberschritten. Eine <strong>Namensnennung sei daher nicht rechtswidrig<\/strong> gewesen, da es sich um zuverl\u00e4ssige Informationen gehandelt habe und der Mann nicht schlecht gemacht worden sei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>EGMR-Urteil vom 25.10.2016, Nr. 60818\/10 In der Ausgabe des Nachrichtenmagazins &#8222;Profil&#8220; vom 10. April 2006 wurde ein Artikel unter der \u00dcberschrift &#8222;Schwere Hypothek&#8220;\u00a0ver\u00f6ffentlicht. Der Artikel war auf dem Cover mit dem Titel &#8222;K\u00e4rntner Hypo-Aff\u00e4re &#8211; Wie viel wusste Haider?&#8220; angek\u00fcndigt. 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