{"id":1878,"date":"2015-11-29T16:01:58","date_gmt":"2015-11-29T16:01:58","guid":{"rendered":"http:\/\/media-law.at\/?p=1878"},"modified":"2015-12-14T18:58:29","modified_gmt":"2015-12-14T18:58:29","slug":"bgh-wettbewerbsrechtlicher-schutz-fuer-romanfiguren-pippi-langstrumpf-kostuem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/media-law.at\/?p=1878","title":{"rendered":"BGH: Wettbewerbsrechtlicher Schutz f\u00fcr Romanfiguren? (&#8222;Pippi Langstrumpf&#8220;-Kost\u00fcm)"},"content":{"rendered":"<p>BGH-Urteil Nr. 190\/2015 vom 19.11.2015<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=333\">Wie\u00a0hier bereits berichtet<\/a>, warb eine deutsche Supermarktkette mit Karnevalskost\u00fcmen, die der literarischen Figur &#8222;Pippi Langstrumpf&#8220; nachempfunden waren. Der deutsche BGH hat bereits mit Urteil vom Urteil vom 17. Juli 2013<strong> urheberrechtliche Anspr\u00fcche verneint<\/strong>.<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin verfolgte dennoch ihre geltend gemachten wettbewerbsrechtlichen Anspr\u00fcche weiter. Doch bereits das OLG K\u00f6ln wies die Klage ab: Die Abbildung eines M\u00e4dchens und einer jungen Frau in einem Pippi-Langstrumpf-Kost\u00fcm stelle zwar eine nachschaffende Nachahmung der Romanfigur von Astrid Lindgren dar. Besondere Umst\u00e4nde, die dieses Verhalten unlauter erscheinen lie\u00dfen, seien aber nicht gegeben. Eine unlautere Herkunftst\u00e4uschung scheide ebenso aus wie eine unangemessene Ausnutzung oder Beeintr\u00e4chtigung der Wertsch\u00e4tzung der Romanfigur Pippi Langstrumpf.<\/p>\n<p>Der BGH wies die gegen diese Entscheidung erhobene Revision zur\u00fcck. Ein wettbewerbsrechtlicher Anspruch scheidet aus Sicht des BGH aus. Zwar kann auch eine literarische Figur dem Schutz dieser Bestimmung unterfallen. <strong>Es fehlt jedoch vorliegend an einer Nachahmung<\/strong>. An eine Nachahmung einer Romanfigur durch \u00dcbernahme von Merkmalen, die wettbewerblich eigenartig sind, in eine andere Produktart, wie sie bei einem Karnevalskost\u00fcm gegeben ist, sind keine geringen Anforderungen zu stellen. Im Streitfall bestehen zwischen den Merkmalen, die die Romanfigur der Pippi Langstrumpf ausmachen, und der Gestaltung des Kost\u00fcms nur so geringe \u00dcbereinstimmungen, dass keine Nachahmung vorliegt. Der Kl\u00e4gerin steht auch kein Anspruch aus der wettbewerbsrechtlichen Generalklausel zu. Die von der Kl\u00e4gerin oder ihren Lizenznehmern vertriebenen konkreten Merchandisingartikel sind gegen Nachahmungen gesch\u00fctzt. Der Kl\u00e4gerin steht es zudem frei, das Erscheinungsbild solcher Produkte als Marke und Design sch\u00fctzen zu lassen. Dar\u00fcber hinausgehend ist es wettbewerbsrechtlich nicht geboten, denjenigen, der eine Leistung erbringt, grunds\u00e4tzlich auch an allen sp\u00e4teren Auswertungsarten seiner Leistung zu beteiligen.<\/p>\n<p>Wie man dieser Entscheidung entnehmen kann, ist es zwar <strong>grunds\u00e4tzlich m\u00f6glich<\/strong>, dass eine literarische Figur durch <strong>Urheberrecht- und Wettbewerbsrecht gegen Nachahmungen gesch\u00fctzt<\/strong> ist. Doch im konkreten Fall waren die \u00dcbereinstimmungen zwischen der literarischen Figur Pippi Langstrumpf und der durch das Karnevalskost\u00fcm dargestellten Figur zu gering.<\/p>\n<p><em>Quelle: Pressemitteilung des Bundesgerichtshofs vom 19.11.2015<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BGH-Urteil Nr. 190\/2015 vom 19.11.2015 Wie\u00a0hier bereits berichtet, warb eine deutsche Supermarktkette mit Karnevalskost\u00fcmen, die der literarischen Figur &#8222;Pippi Langstrumpf&#8220; nachempfunden waren. 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