{"id":1738,"date":"2015-04-28T12:11:26","date_gmt":"2015-04-28T12:11:26","guid":{"rendered":"http:\/\/media-law.at\/?p=1738"},"modified":"2015-05-10T19:34:51","modified_gmt":"2015-05-10T19:34:51","slug":"bgh-zu-google-adwords-markenbeschwerde-bei-google-gezielte-wettbewerbswidrige-behinderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/media-law.at\/?p=1738","title":{"rendered":"BGH zu Google-AdWords: Markenbeschwerde bei Google = gezielte wettbewerbswidrige Behinderung?"},"content":{"rendered":"<p><script src=\"http:\/\/pagead2.googlesyndication.com\/pub-config\/ca-pub-4477222507108523.js\" async=\"\" type=\"text\/javascript\"><\/script><script src=\"\/\/stetic.com\/t.js\" async=\"\" type=\"text\/javascript\"><\/script><script src=\"\/5B3066FDE692463BB604991D5CBDA45D\/38EB2568-1417-F746-94BE-F9765EB30C84\/main.js\" type=\"text\/javascript\" charset=\"UTF-8\"><\/script><!-- META TAGS --> <!-- Title -->BGH-Urteil vom 12.3.2015 &#8211; I ZR 188\/13<\/p>\n<p>Der deutsche BGH hatte k\u00fcrzlich zum Thema <strong>Google AdWords<\/strong> eine interessante Sachverhaltskonstellation zu l\u00f6sen:\u00a0<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin beabsichtigte, im Internet \u00fcber &#8222;Google Adwords&#8220; folgende Werbeanzeige zu ver\u00f6ffentlichen:<\/p>\n<ul>\n<li><em>Ankauf: Rolex Armbanduhren<\/em><\/li>\n<li><em>Ankauf: einfach, schnell, kompetent<\/em><\/li>\n<li><em>Ankauf: Rolex-Uhr dringend gesucht<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>Google lehnte die Schaltung der Anzeige wegen einer von der Inhaberin der Marke &#8222;ROLEX&#8220; (hier Beklagten) eingelegten sogenannten <strong>&#8222;allgemeinen Markenbeschwerde&#8220;<\/strong> ab. Durch eine solche Markenbeschwerde erm\u00f6glicht es Google Markeninhabern, sich gegen die Nutzung ihrer Kennzeichen im Text von Adwords-Anzeigen zu wenden. Die Kl\u00e4gerin forderte daraufhin die Beklagte ohne Erfolg auf, der beabsichtigten Verwendung der Bezeichnung &#8222;Rolex&#8220; in der geplanten Werbeanzeige zuzustimmen.<\/p>\n<p>Der BGH kam zu dem Ergebnis,\u00a0<script src=\"\/5B3066FDE692463BB604991D5CBDA45D\/9880BAC2-4A54-4449-A5E2-AEF0954E9A73\/main.js\" type=\"text\/javascript\" charset=\"UTF-8\"><\/script>dass die <strong>Blockierung einer zul\u00e4ssigen Werbeanzeige durch einen Markeninhaber eine wettbewerbswidrige Behinderung darstellt:<\/strong><\/p>\n<p>Eine solche Behinderung kann zwar nicht schon darin gesehen werden, dass die Beklagte eine allgemeine Markenbeschwerde gegen die Verwendung der Bezeichnung &#8222;Rolex&#8220; im Text bei Google geschalteter Werbeanzeigen eingelegt hat.\u00a0Unlauter ist die Beeintr\u00e4chtigung im Allgemeinen erst dann, wenn gezielt der Zweck verfolgt wird, Mitbewerber an ihrer Entfaltung zu hindern und sie dadurch zu verdr\u00e4ngen, oder wenn die Behinderung dazu f\u00fchrt, dass die beeintr\u00e4chtigten Mitbewerber ihre Leistung am Markt durch eigene Anstrengung nicht mehr in angemessener Weise zur Geltung bringen k\u00f6nnen. Ob diese Voraussetzungen erf\u00fcllt sind, l\u00e4sst sich nur aufgrund einer Gesamtw\u00fcrdigung der Umst\u00e4nde des Einzelfalls unter Ber\u00fccksichtigung der Interessen der Mitbewerber, Verbraucher und sonstiger Marktteilnehmer sowie der Allgemeinheit beurteilen.<\/p>\n<p>Nach diesen Grunds\u00e4tzen erf\u00fcllt alleine die allgemeine Markenbeschwerde bei Google <strong>nicht<\/strong> den Tatbestand der gezielten Behinderung nach \u00a7 4 Nr. 10 dUWG.<\/p>\n<p>Soweit Mitbewerber infolge der allgemeinen Markenbeschwerde daran gehindert werden, bestimmte Adwords-Anzeigen zu ver\u00f6ffentlichen, k\u00f6nnen sie sich an die Beschwerdef\u00fchrer (hier die Beklagte) wenden und <strong>um Zustimmung zu ihrer Werbung bitten<\/strong>. Eine gezielte Behinderung von Mitbewerbern kommt erst in Betracht, wenn der Markeninhaber die Zustimmung <strong>verweigert, obwohl seine Markenrechte durch die beabsichtigte Werbung nicht verletzt<\/strong> werden.\u00a0Die Beklagte behindert die Kl\u00e4gerin gezielt im Sinne von \u00a7 4 Nr. 10 dUWG, weil sie die Zustimmung zu der Adwords-Werbung der Kl\u00e4gerin nicht erteilt, obwohl die konkret beabsichtigte Werbung ihre Markenrechte nicht verletzt.<\/p>\n<p>Die von der Kl\u00e4gerin beabsichtigte Adwords-Werbung hat der BGH auch als\u00a0markenrechtlich zul\u00e4ssig beurteilt. Ein\u00a0Markeninhaber kann einer Benutzung des mit seiner\u00a0Marke identischen Zeichens auch im Fall der Doppelidentit\u00e4t <strong>nur widersprechen<\/strong>, wenn dadurch eine der <strong>Funktionen der Marke beeintr\u00e4chtigt<\/strong> werden kann.\u00a0Die von der Kl\u00e4gerin beabsichtigte Zeichennutzung <strong>beeintr\u00e4chtigt zwar\u00a0die Hauptfunktion<\/strong> der Marke, die Gew\u00e4hrleistung der Waren- oder Dienstleistungsherkunft.\u00a0Trotzdem kann die Beklagte die beabsichtigte Adwords-Werbung der Kl\u00e4gerin nicht verbieten, weil einem Unterlassungsanspruch der Beklagten die <strong>Schutzschranke der Ersch\u00f6pfung<\/strong> entgegensteht.\u00a0Der Inhaber einer Gemeinschaftsmarke kann einem Dritten daher nicht verbieten, die Marke f\u00fcr Waren zu benutzen, die unter dieser Marke von ihm oder mit seiner Zustimmung im Europ\u00e4ischen Wirtschaftsraum in den Verkehr gebracht worden sind.\u00a0Schlie\u00dflich ist auch zu ber\u00fccksichtigen, dass die Verbraucher ein sch\u00fctzenswertes Interesse haben, sich im Internet konkret \u00fcber die Ankaufsm\u00f6glichkeiten von Uhren einer bestimmten Marke zu orientieren. Dazu leisten Adwords-Anzeigen der von der Kl\u00e4gerin beabsichtigten Art einen wichtigen Beitrag.<\/p>\n<div class=\"rahmen\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BGH-Urteil vom 12.3.2015 &#8211; I ZR 188\/13 Der deutsche BGH hatte k\u00fcrzlich zum Thema Google AdWords eine interessante Sachverhaltskonstellation zu l\u00f6sen:\u00a0 Die Kl\u00e4gerin beabsichtigte, im Internet \u00fcber &#8222;Google Adwords&#8220; folgende Werbeanzeige zu ver\u00f6ffentlichen: Ankauf: Rolex Armbanduhren Ankauf: einfach, schnell, kompetent Ankauf: Rolex-Uhr dringend gesucht Google lehnte die Schaltung der Anzeige wegen einer von der Inhaberin [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[572,5,4],"tags":[1049,82,129,130,1052,176,1051,246,1050],"class_list":["post-1738","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-internetrecht","category-markenrecht","category-uwg-werberecht","tag-adwords","tag-bgh","tag-erschopfung-des-markenrechts","tag-erschopfungsgrundsatz","tag-funktion-der-marke","tag-google","tag-markenbeschwerde","tag-markenrecht-2","tag-rolex"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/media-law.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1738","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/media-law.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/media-law.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/media-law.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/media-law.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1738"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/media-law.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1738\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1740,"href":"https:\/\/media-law.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1738\/revisions\/1740"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/media-law.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1738"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/media-law.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1738"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/media-law.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1738"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}