{"id":1683,"date":"2015-02-20T11:16:47","date_gmt":"2015-02-20T11:16:47","guid":{"rendered":"http:\/\/media-law.at\/?p=1683"},"modified":"2015-03-11T09:58:28","modified_gmt":"2015-03-11T09:58:28","slug":"war-das-ernst-oder-august-egmr-urteile-zur-werbung-mit-vornamen-prominenter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/media-law.at\/?p=1683","title":{"rendered":"&#8222;War das Ernst? Oder August?&#8220; EGMR-Urteile zur Werbung mit Vornamen Prominenter"},"content":{"rendered":"<p>EGMR-Urteile vom 19.2.2015, Az. 53495\/09 (Bohlen) und 53649\/09 (Ernst August von Hannover)<\/p>\n<p>Im deutschen Vorverfahren ging es um\u00a0<strong>Anzeigenwerbungen f\u00fcr die Zigarettenmarke &#8222;Lucky Strike&#8220;<\/strong> aus\u00a0den Jahren 2000 und 2003.<\/p>\n<p>In einer der beiden Anzeigen war eine\u00a0eingedr\u00fcckte Zigarettenschachtel zu sehen, mit dem Text\u00a0<em>&#8222;War das Ernst? Oder August?&#8220;<\/em>. (Eine Anspielung auf eine Handgreiflichkeit von <strong>Ernst August von Hannover<\/strong> gegen einen TV-Journalisten sowie einen Diskothekenbetreiber.)<\/p>\n<p>In der anderen Anzeige wurde auf <strong>Dieter Bohlens<\/strong> Buch &#8222;Hinter den Kulissen&#8220; angespielt, in dem er nach Klagen von anderen Prominenten eine Reihe von Passagen schw\u00e4rzen musste. Der Text der Anzeige lautete mit Anspielung darauf: <em>&#8222;Schau mal, lieber Dieter, so einfach schreibt man super B\u00fccher&#8220;<\/em>. Die Worte &#8222;lieber&#8220;, &#8222;einfach&#8220; und &#8222;super&#8220; waren in der Anzeige\u00a0geschw\u00e4rzt, aber trotzdem lesbar.<\/p>\n<p>Obwohl das\u00a0OLG Hamburg Dieter Bohlen und Ernst August von Hannover\u00a0noch erhebliche Schadenersatzzahlungen zuerkannte, wies der deutsche Bundesgerichtshof im Jahr 2008 die Klagen beider Herren ab.<\/p>\n<p>Beide sahen in den Werbeanzeigen jedoch weiterhin eine Verletzung ihrer Pers\u00f6nlichkeitsrechte und brachten 2009 eine\u00a0<strong>Grundrechtsbeschwerde<\/strong> wegen der <strong>Werbung mit ihren Vornamen<\/strong> beim\u00a0Europ\u00e4ischen Gerichtshof f\u00fcr Menschenrechte (EGMR) ein. Der EGMR wies beide Klagen nun zur\u00fcck. Er sah\u00a0ihr Recht auf <strong>Schutz des Privatlebens<\/strong> gem\u00a0Art 8 der Europ\u00e4ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) durch die Entscheidungen des BGH als nicht verletzt an.<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4ger seien\u00a0<strong>weder abwertend noch negativ<\/strong> dargestellt worden. Nach Auffassung des EGMR hat der BGH die Interessen der Beteiligten\u00a0(<strong>Meinungsfreiheit vs.\u00a0Achtung des Privatlebens<\/strong>) sorgf\u00e4ltig abgewogen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>EGMR-Urteile vom 19.2.2015, Az. 53495\/09 (Bohlen) und 53649\/09 (Ernst August von Hannover) Im deutschen Vorverfahren ging es um\u00a0Anzeigenwerbungen f\u00fcr die Zigarettenmarke &#8222;Lucky Strike&#8220; aus\u00a0den Jahren 2000 und 2003. In einer der beiden Anzeigen war eine\u00a0eingedr\u00fcckte Zigarettenschachtel zu sehen, mit dem Text\u00a0&#8222;War das Ernst? Oder August?&#8220;. 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