{"id":1672,"date":"2015-02-12T13:02:20","date_gmt":"2015-02-12T13:02:20","guid":{"rendered":"http:\/\/media-law.at\/?p=1672"},"modified":"2015-03-11T09:58:39","modified_gmt":"2015-03-11T09:58:39","slug":"bgh-zur-zulaessigkeit-des-werbeslogans-so-wichtig-wie-das-taegliche-glas-milch-fuer-einen-fruechtequark","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/media-law.at\/?p=1672","title":{"rendered":"BGH zur Zul\u00e4ssigkeit des Werbeslogans &#8222;So wichtig wie das t\u00e4gliche Glas Milch!&#8220; f\u00fcr einen Fr\u00fcchtequark"},"content":{"rendered":"<p>BGH-Urteil vom 12.2.2015 &#8211; I ZR 36\/11<\/p>\n<p>Der deutsche Bundesgerichtshof\u00a0hat heute entschieden, dass der Werbeslogan <em>&#8222;So wichtig wie das t\u00e4gliche Glas Milch!&#8220;<\/em> f\u00fcr einen Fr\u00fcchtequark <strong>nicht irref\u00fchrend<\/strong> ist und <strong>keine nach der Health-Claims-Verordnung unzul\u00e4ssige gesundheitsbezogene Angabe<\/strong> darstellt:<\/p>\n<p>Die Beklagte stellt Milcherzeugnisse her und vertreibt einen Fr\u00fcchtequark mit der Bezeichnung &#8222;Monsterbacke&#8220;. Auf der Verpackung verwendet sie den Slogan &#8222;So wichtig wie das t\u00e4gliche Glas Milch!&#8220;. Die Kl\u00e4gerin hielt\u00a0dies f\u00fcr einen Versto\u00df gegen die Health-Claims-Verordnung (Verordnung [EG] Nr. 1924\/2006 \u00fcber n\u00e4hrwert- und gesundheitsbezogene Angaben \u00fcber Lebensmittel), weil der Werbeslogan n\u00e4hrwert- und gesundheitsbezogene Angaben \u00fcber Lebensmittel enthalte. Im \u00dcbrigen sei der Slogan irref\u00fchrend.\u00a0Die Kl\u00e4gerin machte\u00a0daher\u00a0gerichtlich\u00a0Unterlassungsanspr\u00fcche geltend.<\/p>\n<p>Der BGH kam schlie\u00dflich zu der Ansicht, dass die beanstandete Werbung der Beklagten nicht irref\u00fchrend ist, da es sich bei Fr\u00fcchtequark f\u00fcr den Verbraucher erkennbar um ein Produkt handelt, das sich in seiner <strong>Zusammensetzung deutlich von Milch unterscheidet<\/strong>. Der in dem beanstandeten Slogan enthaltene Vergleich bezieht sich nicht auf den Zuckeranteil, der bei einem Fr\u00fcchtequark schon wegen des darin enthaltenen <strong>Fruchtzuckers naturgem\u00e4\u00df h\u00f6her ist als bei Milch<\/strong>. Das Publikum\u00a0fasst den Slogan auch <strong>nicht als eine n\u00e4hrwertbezogene Angabe<\/strong> im Sinne von Art. 2 Abs. 2 Nr. 4 der Health-Claims-VO\u00a0auf. Es handelt vielmehr um eine nach Art. 10 Abs. 3 <strong>zul\u00e4ssige gesundheitsbezogene Angabe<\/strong> im Sinne des Art. 2 Abs. 2 Nr. 5 dieser Verordnung. Der Slogan kn\u00fcpft an die verbreitete Meinung an, Kinder und Jugendliche sollten im Hinblick auf die gesundheitsf\u00f6rdernde Wirkung t\u00e4glich ein Glas Milch trinken.<\/p>\n<p>Inwieweit die Beklagte Informationen im Sinne von Art. 10 Abs. 2 der Health-Claims-VO\u00a0h\u00e4tte geben m\u00fcssen, sei jedoch noch vom OLG Stuttgart\u00a0zu kl\u00e4ren, an das das Verfahren zur\u00fcckverwiesen wurde.<\/p>\n<p>Quelle: Pressemitteilung des Bundesgerichtshofs vom 12.2.2015<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BGH-Urteil vom 12.2.2015 &#8211; I ZR 36\/11 Der deutsche Bundesgerichtshof\u00a0hat heute entschieden, dass der Werbeslogan &#8222;So wichtig wie das t\u00e4gliche Glas Milch!&#8220; f\u00fcr einen Fr\u00fcchtequark nicht irref\u00fchrend ist und keine nach der Health-Claims-Verordnung unzul\u00e4ssige gesundheitsbezogene Angabe darstellt: Die Beklagte stellt Milcherzeugnisse her und vertreibt einen Fr\u00fcchtequark mit der Bezeichnung &#8222;Monsterbacke&#8220;. 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