{"id":1481,"date":"2014-08-27T13:52:37","date_gmt":"2014-08-27T13:52:37","guid":{"rendered":"http:\/\/media-law.at\/?p=1481"},"modified":"2014-08-27T13:59:03","modified_gmt":"2014-08-27T13:59:03","slug":"sturz-in-abflughalle-aufgrund-verunreinigung-haftet-fluglinie-oder-der-flughafenbetreiber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/media-law.at\/?p=1481","title":{"rendered":"Sturz in Abflughalle aufgrund Verunreinigung: Haftet Fluglinie oder Flughafenbetreiber?"},"content":{"rendered":"<p>OGH-Entscheidung vom 26.6.2014, 8 Ob 53\/14y<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt:<\/strong><\/p>\n<p>Die 69-j\u00e4hrige Kl\u00e4gerin hatte einen Flug der AA von Wien nach Bukarest gebucht. In der Abfertigungshalle im Flughafen Wien-Schwechat rutschte sie auf einer durch Kot verunreinigten Stelle aus und kam zu Sturz. Dabei erlitt sie einen Knochenbruch. Daraufhin klagte sie die Flughafenbetreiberin und\u00a0begehrte die Feststellung, dass die Flughafenbetreiberin\u00a0dem Grunde nach f\u00fcr alle Folgen hafte, die die Kl\u00e4gerin aufgrund des Vorfalls am Flughafen erlitten habe bzw erleiden werde. Zwischen der Beklagten\u00a0und der Fluglinie bestand zum Unfallzeitpunkt f\u00fcr die Erbringung von Bodenabfertigungsdiensten ein Vertrag. Die Kl\u00e4gerin st\u00fctzt sich auf eine vertragliche Haftung (\u00a7\u00a01298 ABGB), die sie daraus ableitet, dass die Vertragsbeziehung zwischen der Beklagten und der Fluglinie Schutzwirkungen zu ihren Gunsten entfalte.<\/p>\n<p><strong>Entscheidung:<\/strong><\/p>\n<p>Erst- und Berufungsgericht wiesen die Klage ab. Der OGH best\u00e4tigte diese Entscheidungen mit folgender Begr\u00fcndung:<\/p>\n<p>Die ordnungsgem\u00e4\u00dfe <strong>Reinigung der Stiegen- und Gangfl\u00e4chen in der Abflugshalle z\u00e4hlt zu den vertraglichen Pflichten der Fluglinie<\/strong> gegen\u00fcber ihren Flugg\u00e4sten. Lagert die Fluglinie diese von ihr geschuldeten Leistungen ganz oder teilweise an ein drittes Unternehmen aus, so wird dieses als Erf\u00fcllungsgehilfe der Fluglinie t\u00e4tig. Die Beklagte ist damit als <strong>Erf\u00fcllungsgehilfin der Fluglinie<\/strong> zu qualifizieren. Bei Vorliegen eines Vertrags mit Schutzwirkungen zugunsten Dritter ist ein schutzw\u00fcrdiges Interesse des Dritten zu verneinen, wenn dieser <strong>kraft eigener rechtlicher Sonderverbindung mit seinem Vertragspartner<\/strong>, der seinerseits den den Schaden herbeif\u00fchrenden Hauptleistungspflichtigen aus dem Vertrag mit allf\u00e4lligen Schutzwirkungen zugunsten Dritter als Erf\u00fcllungsgehilfen beigezogen hat, <strong>einen deckungsgleichen Anspruch auf Schadenersatz<\/strong> hat. Die Kl\u00e4gerin h\u00e4tte daher grunds\u00e4tzlich die M\u00f6glichkeit, die zugrunde liegenden <strong>Anspr\u00fcche aus dem Bef\u00f6rderungsvertrag gegen\u00fcber der Fluglinie<\/strong> geltend zu machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>OGH-Entscheidung vom 26.6.2014, 8 Ob 53\/14y Sachverhalt: Die 69-j\u00e4hrige Kl\u00e4gerin hatte einen Flug der AA von Wien nach Bukarest gebucht. 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