{"id":1352,"date":"2014-07-15T15:35:46","date_gmt":"2014-07-15T15:35:46","guid":{"rendered":"http:\/\/media-law.at\/?p=1352"},"modified":"2014-07-21T19:45:38","modified_gmt":"2014-07-21T19:45:38","slug":"ogh-legt-nutzungsbedingungen-von-you-tube-aus-keine-zustimmungslose-gewerbliche-nutzung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/media-law.at\/?p=1352","title":{"rendered":"OGH legt Nutzungsbedingungen von &#8222;You Tube&#8220; aus: Keine zustimmungslose gewerbliche Nutzung"},"content":{"rendered":"<p>OGH-Entscheidung vom 20.5.2014, 4 Ob 82\/14h<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt:<\/strong><\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin hatte ein <strong>Video \u00fcber einen Polizeieinsatz<\/strong> hergestellt und auf das Internet-Videoportal \u201e<strong>YouTube<\/strong>\u201c hochgeladen. Die Beklagte (Medieninhaberin einer Tageszeitung) ver\u00f6ffentlichte einen Artikel \u00fcber den Polizeieinsatz und illustrierte ihn mit vier <strong>Standbildern<\/strong>, die sie dem hochgeladenen Video entnommen hatte.<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin sah sich in ihren Urheberrechten verletzt und beantragte die Erlassung einer einstweiligen Verf\u00fcgung, wonach es der Beklagten untersagt werden solle, ohne die Zustimmung der Kl\u00e4gerin Standbilder des Videos zu\u00a0vielf\u00e4ltigen, zu verbreiten oder\u00a0sonst zu verwerten.<\/p>\n<p><strong>Entscheidung:<\/strong><\/p>\n<p>Das Erstgericht erlie\u00df die einstweilige Verf\u00fcgung. Das Rekursgericht best\u00e4tigte die Entscheidung. Ausschlaggebend seien die <strong>Nutzungsbedingungen<\/strong> von &#8222;You Tube&#8220;, deren Punkte 5. und 8. zusammen zu lesen seien. Demnach w\u00e4re eine<strong> schriftliche Zustimmung von YouTube oder des Lizenzgebers<\/strong> (hier also der Kl\u00e4gerin) f\u00fcr die Verwertung der Standbilder erforderlich gewesen. Punkt 5. der Nutzungsbedingungen wolle die <strong>unbeschr\u00e4nkte gewerbliche Nutzung von Videos gerade vermeiden<\/strong>.<\/p>\n<p>Der OGH best\u00e4tigte diese Auslegung des Rekursgerichts.<\/p>\n<p class=\"ErlText AlignJustify\">Punkt\u00a08.1.B. der Nutzungsbedingungen sieht zwar eine vom Rechteinhaber erteilte Werknutzungsbewilligung f\u00fcr (dritte) Nutzer vor, dies aber nur, \u201esoweit dies durch die Funktionalit\u00e4t der Dienste und im Rahmen dieser Bestimmungen gestattet wird\u201c. Es trifft daher gerade <span class=\"Unterstrichen\">nicht<\/span> zu, dass Punkt\u00a08.1.B. eine \u201enicht n\u00e4her beschr\u00e4nkte\u201c Werknutzungsbewilligung enthielte, vielmehr ist eine \u201eGestattung\u201c durch die \u201eFunktionalit\u00e4t der Dienste\u201c und \u201ediese Bestimmungen\u201c erforderlich. Gestattet ist nach Punkt\u00a05.1.L.\u00a0&#8211;\u00a0und zwar \u201enur\u201c\u00a0&#8211;\u00a0das Streaming zu nicht kommerziellen Zwecken im Rahmen der \u201eFunktionalit\u00e4t der Dienste\u201c; weitergehende Nutzungen m\u00fcssten nach Punkt\u00a05.1.M. entweder vom Rechteinhaber oder von YouTube schriftlich erlaubt werden. Die Verbreitung \u00fcber ein Medium ist zudem nach Punkt\u00a05.1.A. \u00fcberhaupt nur mit Zustimmung von YouTube zul\u00e4ssig. Nur wenn diese Bedingungen erf\u00fcllt sind, kann sich ein Dritter auf die in Punkt\u00a08.1.B. vorgesehene Werknutzungsbewilligung berufen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>OGH-Entscheidung vom 20.5.2014, 4 Ob 82\/14h Sachverhalt: Die Kl\u00e4gerin hatte ein Video \u00fcber einen Polizeieinsatz hergestellt und auf das Internet-Videoportal \u201eYouTube\u201c hochgeladen. Die Beklagte (Medieninhaberin einer Tageszeitung) ver\u00f6ffentlichte einen Artikel \u00fcber den Polizeieinsatz und illustrierte ihn mit vier Standbildern, die sie dem hochgeladenen Video entnommen hatte. 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