{"id":1317,"date":"2014-06-27T12:46:40","date_gmt":"2014-06-27T12:46:40","guid":{"rendered":"http:\/\/media-law.at\/?p=1317"},"modified":"2014-06-27T12:47:22","modified_gmt":"2014-06-27T12:47:22","slug":"vfgh-nach-eugh-vorratsdatenspeicherung-in-oesterreich-verfassungswidrig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/media-law.at\/?p=1317","title":{"rendered":"VfGH nach EuGH: Vorratsdatenspeicherung in \u00d6sterreich verfassungswidrig"},"content":{"rendered":"<p>VfGH-Entscheidung G 47\/2012 u.a. vom 27. Juni 2014:<\/p>\n<p><a title=\"EuGH erkl\u00e4rt RL \u00fcber Vorratsdatenspeicherung f\u00fcr ung\u00fcltig\" href=\"https:\/\/media-law.at\/?p=1109\">Wie bereits zuvor im Blog berichtet<\/a>, hat der EuGH die\u00a0<strong>Richtlinie \u00fcber die Vorratsspeicherung von Daten<\/strong> (RL 2006\/24\/EG) f\u00fcr unzul\u00e4ssig erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Heute schloss sich der\u00a0<strong>Verfassungsgerichtshof<\/strong> an und erkl\u00e4rte\u00a0die Speicherung von Vorratsdaten f\u00fcr <strong>verfassungswidrig.<\/strong><\/p>\n<p>Wie aus der Presseaussendung hervorgeht, kam der VfGH zu dem Ergebnis, dass die Gesetze zur Vorratsdatenspeicherung in \u00d6sterreich dem <strong>Grundrecht auf Datenschutz<\/strong> sowie dem Artikel 8 der\u00a0Europ\u00e4ischen Menschenrechtskonvention (\u201e<strong>Recht auf\u00a0Privat- und Familienleben<\/strong>\u201c) widersprechen.<\/p>\n<p>Eine <strong>Frist zur Reparatur wurde\u00a0nicht gew\u00e4hrt<\/strong>. Die Aufhebung\u00a0tritt mit Kundmachung der Aufhebung, die\u00a0unverz\u00fcglich durch den Bundeskanzler zu erfolgen hat, in\u00a0Kraft.<\/p>\n<p>Aus der Begr\u00fcndung:<\/p>\n<p>Ein gravierender Eingriff in die Grundrechte muss so\u00a0gestaltet sein, dass er mit dem Datenschutzgesetz und\u00a0der Menschenrechtskonvention im Einklang steht.<\/p>\n<p>Die verfassungsrechtliche Zul\u00e4ssigkeit\u00a0h\u00e4ngt von den\u00a0<strong>Bedingungen f\u00fcr die\u00a0Speicherung<\/strong> solcher Daten, die <strong>Anforderungen an deren\u00a0L\u00f6schung<\/strong> sowie die <strong>Sicherungen beim Zugriff<\/strong> auf diese\u00a0Daten ab. Die angefochtenen Bestimmungen\u00a0erf\u00fcllen\u00a0diese Anforderungen nicht. Es fehlen zahlreiche pr\u00e4zise gesetzliche Sicherheitsvorkehrungen.<\/p>\n<p>Da nahezu die gesamte Bev\u00f6lkerung betroffen ist,\u00a0\u00fcbertrifft die \u201eStreubreite\u201c der Vorratsdatenspeicherung alle bisher vom VfGH\u00a0zu beurteilenden Eingriffe in das Grundrecht auf Datenschutz.<\/p>\n<p>Das Grundrecht auf Datenschutz ist in einer demokratischen Gesellschaft auf die Erm\u00f6glichung und Sicherung vertraulicher Kommunikation zwischen den Menschen gerichtet. Neue Kommunikationstechnologien bedeuten auch neue Herausforderungen f\u00fcr die Kriminalit\u00e4tsbek\u00e4mpfung, die ein \u00f6ffentliches Interesse darstellt.\u00a0<strong>Regelungen wie eine Vorratsdatenspeicherung k\u00f6nnen zwar zur Bek\u00e4mpfung schwerer Kriminalit\u00e4t zul\u00e4ssig sein, aber nur, wenn sie im Einklang mit dem Datenschutz und der Menschenrechtskonvention stehen.<\/strong><\/p>\n<p>Die angefochtenen Bestimmungen \u00fcber die Vorratsdatenspeicherung im Telekommunikationsgesetz, in der Strafprozessordnung und im Sicherheitspolizeigesetz bilden in ihrem Zusammenhang einen <strong>unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigen Eingriff<\/strong> und damit eine Verletzung des Grundrechts auf Datenschutz.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>VfGH-Entscheidung G 47\/2012 u.a. vom 27. 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