{"id":1235,"date":"2014-06-10T13:35:08","date_gmt":"2014-06-10T13:35:08","guid":{"rendered":"http:\/\/media-law.at\/?p=1235"},"modified":"2014-06-11T11:37:48","modified_gmt":"2014-06-11T11:37:48","slug":"oghmarkenrecht-selectiveline-wort-bild-fehlende-unterscheidungskraft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/media-law.at\/?p=1235","title":{"rendered":"OGH\/Markenrecht: &#8222;SELECTIVE\/LINE&#8220; (Wort-Bild) &#8211; fehlende Unterscheidungskraft"},"content":{"rendered":"<p>OGH Entscheidung vom 23.4.2014, 4 Ob 36\/14v<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt:<\/strong><\/p>\n<p>Die Inhaberin der unten abgebildeten\u00a0Wortbildmarke SELECTIVE\/LINE begehrte beim \u00d6sterreichischen Patentamt die Schutzerstreckung ihrer internationalen Marke auf \u00d6sterreich f\u00fcr Waren und Dienstleistungen aus Klasse\u00a021 (Waren aus Glas, n\u00e4mlich Flaschen, T\u00f6pfe, Gef\u00e4\u00dfe und Flakons, sofern nicht aus Edelmetallen) und Klasse\u00a040 (Verarbeitung von Materialien, n\u00e4mlich Glasf\u00e4rben).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media-law.at\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/image001.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1236\" src=\"https:\/\/media-law.at\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/image001.jpg\" alt=\"image001\" width=\"351\" height=\"66\" srcset=\"https:\/\/media-law.at\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/image001.jpg 351w, https:\/\/media-law.at\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/image001-300x56.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 351px) 100vw, 351px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Rechtsabteilung und Rechtsmittelabteilung des \u00d6sterreichischen Patentamts verweigerten die Schutzerstreckung auf \u00d6sterreich. Die beteiligten Verkehrskreise, die die dem englischen Grundvokabular angeh\u00f6renden Begriffe \u201eselective\u201c als \u201eausgew\u00e4hlt\u201c und \u201eline\u201c als \u201eSortiment\u201c verst\u00fcnden, erblickten im Zeichen nur die werbliche Anpreisung eines beliebigen Anbieters, n\u00e4mlich den Hinweis darauf, dass die so bezeichneten Waren und Dienstleistungen einem ausgew\u00e4hlten Sortiment angeh\u00f6rten, nicht jedoch als Herkunftshinweis. Daran \u00e4ndere auch die grafische Gestaltung nichts, werde der Schr\u00e4gstrich als werbe\u00fcbliches grafisches Element doch als Trennung oder Teilung von zwei Elementen wahrgenommen und verst\u00e4rke damit die eigenst\u00e4ndige Wahrnehmung der W\u00f6rter \u201eselective\u201c und \u201eline\u201c. Damit fehle dem Zeichen sowohl grafisch als auch in seinem Wortteil die Unterscheidungskraft.<\/p>\n<p>Die Anmelderin brachte einen dagegen gerichteten Revisionsrekurs beim OGH ein.<\/p>\n<p><strong>Entscheidung:<\/strong><\/p>\n<p>Der OGH best\u00e4tigte den angefochtenen Beschluss und wiederholte in seiner Begr\u00fcndung zun\u00e4chst seine bisherige st\u00e4ndige Rechtsprechung zur Kennzeichnungs- und Unterscheidungskraft von Marken. Demnach hatten\u00a0die Vorinstanzen zutreffend eine Schutzerstreckung der Marke auf \u00d6sterreich abgelehnt.<\/p>\n<p>Die Wortbildmarke der Anmelderin ist nicht kennzeichnungskr\u00e4ftig, weil nach der im Eintragungsverfahren gebotenen Prognose zu erwarten ist, dass sie vom Publikum\u00a0&#8211;\u00a0das insoweit \u00fcber ausreichende Englischkenntnisse verf\u00fcgt\u00a0&#8211;\u00a0in ihrem (im Vordergrund stehenden) Wortteil ohne weitere \u00dcberlegungen und gedankliche Zwischenschritte ausschlie\u00dflich als <strong>werbem\u00e4\u00dfig \u00fcbliche Anpreisung eines \u201eausgew\u00e4hlten Sortiments\u201c<\/strong> eines beliebigen Anbieters, nicht hingegen als markenm\u00e4\u00dfiger Hinweis auf die betriebliche Herkunft der damit gekennzeichneten Waren oder Dienstleistungen aus einem bestimmten Unternehmen verstanden wird.<\/p>\n<p>An diesem zu erwartenden Verst\u00e4ndnis der angesprochenen Verkehrskreise <strong>\u00e4ndert auch der grafische Anteil der Wortbildmarke nichts<\/strong>: Mag dieser auch gediegen und elegant sein, bestimmt er doch den Gesamteindruck der Marke nicht entscheidend mit, da er sich in der Verwendung g\u00e4ngiger Buchstaben, g\u00e4ngiger grafischer Elemente und unauff\u00e4lliger Farben ersch\u00f6pft und damit gegen\u00fcber dem Wortbestandteil der Marke v\u00f6llig in den Hintergrund tritt. Auf diese Weise vermag die <strong>Grafik keine eigenst\u00e4ndige Unterscheidungskraft<\/strong> zu bewirken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>OGH Entscheidung vom 23.4.2014, 4 Ob 36\/14v Sachverhalt: Die Inhaberin der unten abgebildeten\u00a0Wortbildmarke SELECTIVE\/LINE begehrte beim \u00d6sterreichischen Patentamt die Schutzerstreckung ihrer internationalen Marke auf \u00d6sterreich f\u00fcr Waren und Dienstleistungen aus Klasse\u00a021 (Waren aus Glas, n\u00e4mlich Flaschen, T\u00f6pfe, Gef\u00e4\u00dfe und Flakons, sofern nicht aus Edelmetallen) und Klasse\u00a040 (Verarbeitung von Materialien, n\u00e4mlich Glasf\u00e4rben). &nbsp; &nbsp; &nbsp; Rechtsabteilung [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[789,786,215,246,277,790,787,378,791,788],"class_list":["post-1235","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-markenrecht","tag-grafische-bestandteile","tag-herkunfsthinweis","tag-kennzeichnungskraft","tag-markenrecht-2","tag-ogh","tag-selective-line","tag-slogan-als-marke","tag-unterscheidungskraft","tag-werbemaessige-anpreisung","tag-wortbildmarke"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/media-law.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1235","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/media-law.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/media-law.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/media-law.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/media-law.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1235"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/media-law.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1235\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1238,"href":"https:\/\/media-law.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1235\/revisions\/1238"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/media-law.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1235"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/media-law.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1235"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/media-law.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1235"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}